Ein Deckel für die Schnellstraße

Entsprechender Prüfungsantrag liegt dem Senat vo.

Große Diskussionen entspannten sich in den vergangenen Jahren um den Bau und die Fortführung der Stadtautobahn A100 durch das Berliner Stadtgebiet. Allmählich quält sich die Baustellentrasse aus Neukölln kommend in Richtung Treptow und zeigt auf den derzeit geplanten Endpunkt am Treptower Park.

Baustopp festgelegt. Im Koalitionsvertrag der Berliner Regierungsparteien Linke, SPD und Grüne ist festgelegt, dass derzeit keine Planungen über diesen Endpunkt hinaus fortgeführt werden dürfen. Indes kümmern sich Politiker aber schon um die umweltfreundlichere Gestaltung der bereits vorhandenen, aber noch nicht ganz fertig gestellten Bauabschnitte, die derzeit unterhalb der Sonnenallee und der Kiefholzstraße Treptow-Köpenicker Terrain durchschneiden. Einen Deckel soll hier die A100 kurz vor dem Treptower Park nach Ansicht der aktuellen Koalition bekommen, um dort als Emissionsschutz zu wirken und eine wichtige Wegeverbindung zu sichern.

„Mit einer Überbauung dieses Autobahnabschnitts soll der Schulweg der Kinder, die in Plänterwald leben und in die Kiefholzschule gehen, gesichert werden“, sagt die Abgeordnete der Linken, Katalin Gennburg gegenüber dem Berliner Abendblatt. Dieses Anliegen habe sie als direkt gewählte Abgeordnete erstritten. „Die SPD wollte unter anderem so einen Deckel am Autobahn-Dreieck Funkturm realisieren und hatte schon jede Menge Öffentlichkeitsarbeit dafür gemacht. Da habe ich meine Forderung einfach drangesetzt und ein halbes Jahr dafür hart verhandelt, dass so eine Lösung auch in Treptow umgesetzt werden kann“, erklärt Die Abegeordnete der Linken..

Anfang April wurde dafür ein Antrag der Regierungskoalition unter dem Titel „Deckel drauf: Infrastrukturflächen mehrfach nutzen“ veröffentlicht. In dem drei Seiten starken Antrag wird der Senat aufgefordert, zu untersuchen, welche Berliner Infrastrukturflächen sich für eine sogenannte Überdeckelung eignen. Neben dem Projekt am Funkturm mit den Aus- und Abfahrten am Kaiserdamm sowie Schienenstrecken in Troglage an der Ringbahn zwischen Schönhauser Allee und Prenzlauer Allee, nennt das Papier auch ganz konkret Katalin Gennburgs Vorschlag am 16. Bauabschnitt der A100 auf der Strecke zwischen Dreieck Neukölln bis AS Treptower Park.

Dem Abgeordnetenhaus soll nun zu diesen Projekten erstmals Ende Juni und dann in halbjährlichen Abständen über die Realisierungschancen eines solchen Projektes Bericht erstattet werden. Beispiele aus anderen Städten wie Planungen zum Autobahndeckel im Hamburger Stadtteil Stellingen gibt es bereits. Hier soll das Konzept für neue Flächen sorgen, die sogar für Wohnbebauung und Stadtbegrünung genutzt werden können.

 

Datum: 8. April, 12 Uhr, Bild und Text: Stefan Bartylla