Neuer Ärger um Monbijou-Theater

Nach Ankündigung eines Betreiber-Wechsels wenden sich Theater-Mitarbeiter an das Bezirksamt.

Eigentlich schien der Weiterbetrieb des Monbijou-Theaters, das zuletzt vor allem durch Konflikte zwischen den Betreibern in den Medien zu finden war, in trockenen Tüchern. Noch in der vergangenen Woche berichtete das Abendblatt an dieser Stelle von dem Ausscheiden des bisherigen Theater-Chefs Christian Schulz und der Übernahmen der eigens zu diesem Zweck gegründeten gemeinnützigen Theater an der Museumsinsel gGmbH. Ein offener Brief der Mitarbeiter der Park-Bühne, der dem Abendblatt vorliegt, rückt die scheinbar gütliche Lösung in ein anderes Licht.

Demnach führe der Betreiberwechsel zunächst einmal dazu, dass mehr als 30 der langjährigen Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. „Die als neuer Betreiber genannte Theater an der Museumsinsel gGmbH wird in der Öffentlichkeit als Retter des Theaters dargestellt, aber das Gegenteil ist der Fall. Das bisherige Monbijou-Theater steht nach mehr als 20 Jahren vor dem Aus und dutzende Arbeitsplätze gehen verloren“, heißt es unter anderem in dem Schreiben. Die Mitarbeiter sehen in dem Betreiberwechsel einen Putsch ehemaliger Mitarbeiter, bei dem es weniger um den Fortbestand des Theaterbetriebes und vielmehr um persönliche Interessen gehe. „Wir, die Mitarbeiter, wurden zudem in die vorausgehenden, monatelangen heimlichen Vorgänge und Planungen der neuen Betreiber zu keinem Zeitpunkt einbezogen, geschweige denn auf eine neue Situation vorbereitet.“ Nach wie vor habe es keine Kontaktaufnahme der neuen Betreiber gegeben. Und das, obwohl die kommende Spielzeit eigentlich bereits vorbereitet werden müsste. „Kann die Zukunft an diesem Ort noch gemeinsam gestaltet werden?“, fragen die Theater-Angestellten. Und hoffen auf einen konstruktiven Dialog aller Beteiligten.

Datum: 10. April 2019, Text und Bild: Katja Reichgardt