Wende im Streit um Westkreuz-Areal?

Regierender Bürgermeister Michael Müller blockiert Festsetzung als Grünfläche.

Soll das ungenutzte ehemalige Deutsche-Bahn-Areal am Westkreuz zum Naherholungsziel oder doch zum neuen Wohnquartier werden? Diese Frage diskutieren Senat, Bezirk und Betroffene seit Monaten leidenschaftlich. Eigentlich galt zuletzt eine Umgestaltung in eine Grünanlage, den sogenannten Westkreuz-Park, als sicher. Immerhin kündigte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) an, das Areal im Flächennutzungsplan als solche festsetzen zu wollen. Sehr zur Freude des Arbeitskreises WestkreuzGarten, der aus den Pächtern der benachbarten Kleingärten besteht.

Auch die Fraktionen der Linken, Grünen und der SPD im Bezirk hatten sich immer wieder für einen Park an dieser Stelle eingesetzt. Doch nun sprach sich ausgerechnet der SPD-Mann und Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, gegen die Pläne und für eine Randbebauung des Areals aus. Für den AK WestkreuzGarten keine akzeptable Lösung. „Die Verbindung, die die SPD zwischen völlig verschiedenartigen Themen herstellt, widerspricht der Beschlusslage im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und stellt keinen neuen Beitrag in der Sache dar“, erklären Jan Winkler und Marcus Pietsch von dem AK. Ein Wohnquartier an dieser Stelle sei auch deshalb nicht sinnvoll, da das Areal von Gleisen umschlossen sei: „Die Erschließung wäre überhaupt nur mit erheblichem Aufwand möglich.“

Dem widerspricht die FDP-Fraktion im Bezirksparlament. Es sei durchaus möglich, durch ein kluges Bebauungskonzept, viele Wohnungen und Grünflächen zu schaffen. „Sogar die vorhandenen Kleingärten können erhalten werden“, ergänzt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Johannes Heyne. Platz gebe es für bis zu 1.000 neue Wohnungen.

Datum: 14. April 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images / Jürgen Heinrich