Spandau: Wohnungsbau an Paulsternstraße gestartet

Senat segnet Bebauungsplan ab / Rund 480 Wohnungen und Kita geplant.

Der Wohnungsbau im Spandauer Osten läuft auf Hochtouren. Ende nächsten Jahres oder Anfang 2021 soll im Bereich Paulsternstraße/Gartenfelder Straße ein neues Quartier mit rund 480 Wohnungen und einer Kita fertiggestellt sein. Auch ein Parkhaus ist geplant. Die Bauarbeiten haben längst begonnen, unterdessen befindet sich das Projekt noch auf dem Weg durch die politischen Institutionen: Auf seiner vergangenen Sitzung beschloss der Senat, den Entwurf des Bebauungsplans 5-113 für die Grundstücke Gartenfelder Straße 61, 63, 65 und Paulsternstraße 31 dem Abgeordnetenhaus zur Beschlussfassung zuzuleiten.

Nicht genehmigungsfähig

Das betroffene Gebiet befindet sich an der Grenze von Haselhorst zur nördlichen Siemensstadt und zur Insel Gartenfeld. Nach Senatsangaben handelt es sich im Wesentlichen um Flächen, die in der Vergangenheit als Reserveflächen für die Erweiterung der Siemenswerke vorgehalten wurden. Da kein Bedarf mehr an der Vorhaltung der Flächen bestand, habe Siemens diese Flächen 2015 mit der Option „Wohnungsbau“ veräußert.

In privat-öffentlicher Partnerschaft, analog dem bereits fertiggestellten Wohnquartier „Pepitahöfe“ in Hakenfelde, soll durch die Kilian Immobiliengesellschaft ein neues Wohnquartier unter Berücksichtigung des Berliner Modells der kooperativen Baulandentwicklung entstehen und schlüsselfertig an die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften WBM und degewo übergeben werden.

Die Errichtung von Wohnbebauung war an dem Standort bislang nicht genehmigungsfähig, weshalb das bestehende Planungsrecht durch den Bebauungsplan 5-113 geändert werden musste. Der geplante Wohnungsbaustandort in gut erschlossener Lage habe eine ergänzende und verbindende Funktion zu bestehenden (Haselhorst) und im weiteren Umkreis geplanten Wohngebieten (Siemenscampus, Insel Gartenfeld).

Günstige Mieten

„Durch die Anwendung des Berliner Modells der kooperativen Baulandentwicklung können die gewünschte soziale Durchmischung des neuen Wohnquartiers gesteuert und infrastrukturelle Folgebedarfe bewältigt werden“, so der Senat. Demnach sind 25 Prozent der Wohnungen gefördert und mietpreisgebunden. 6,50 Euro pro Quadratmeter sollen Mieter dort für die Kaltmiete zahlen. Die restlichen Wohnungen sollen durchschnittlich für weniger als zehn Euro pro Quadratmeter vermietet werden.

Zur Wahrung „dringender Gesamtinteressen“ Berlins hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen das Bebauungsplanverfahren im September an sich gezogen. Aufgrund der Dringlichkeit des Wohnungsbauvorhabens sei der Bauantrag bereits nach Abschluss der erfolgten Beteiligungsverfahren zum Bebauungsplan eingereicht worden. Die Planreife wurde durch die Senatsverwaltung am 22. Februar erklärt, sodass die Baugenehmigungen Anfang März vom Bezirksamt erteilt und mit dem Bau der Wohngebäude begonnen werden konnte.

Vorgesehen sind 24 Einzelhäuser. Ein Teil davon verfügt über sechs bis sieben Geschosse, heißt es vom zuständigen Architekten-Büro im zehngeschossigen Kopfbau an der Kreuzung zur Gartenfelder Straße sind neben Familienwohnungen vor allem Einzimmer-Apartments untergebracht (siehe Grafik).

Datum: 25. April 2019. Text: Redaktion. Grafik: Nöfer Architekten