Jeder zehnte Bus in Reinickendorf kommt zu spät

CDU-Politiker fordert den Senat auf, für Verbesserungen des Angebots zu sorgen.

Reinickendorf ist noch immer stark von Ausfällen und Verspätungen bei der BVG betroffen. Die Zahlen der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für das Jahr 2018 zeigen, dass mehr als jeder zehnte Bus nicht pünktlich war. Die U-Bahnlinie 6 führte die Unpünktlichkeits-Tabelle bei der U-Bahn als unzuverlässigste Linie Berlins an, wenngleich 97,3 Prozent der Fahrten pünktlich abgewickelt wurden.

Lückenhafte Statistik

„Gerade für die Menschen in den Außenbereichen, wo es keine anderen öffentlichen Verkehrsmittel gibt, ist das eine Zumutung“, ärgert sich der CDU-Bezirksverordnete Felix Schönebeck. Dabei gilt eine Fahrt nach Definition der BVG sogar schon dann als pünktlich erbracht, wenn zwischen 90 Sekunden vor und 210 Sekunden nach Soll-Abfahrtszeit eine tatsächliche Abfahrt stattfindet.

Unpünktlich ist eine Fahrt nur ab 211 Sekunden Verspätung und bis zur nächsten planmäßigen Soll-Fahrt. Heißt: Ausfälle werden nicht in die Unpünktlichkeitsstatistik hineingerechnet. Damit sei die Zahl der Busse und U-Bahnen, die aus Fahrgastsicht nicht oder nicht pünktlich kommen, deutlich höher als „es uns diese Zahlen weismachen wollen“. Mindestens jeder zehnte Bus im Bezirk kommt laut einer Auflistung des Senats zu spät.

Im Schnitt sind 11,3 Prozent der Fahrten von BVG-Bussen unpünktlich. Am unpünktlichsten sind die Bus-Linien 120 (22,3 Prozent), X33 (18,4 Prozent) und 327 (16,3 Prozent). Zu den zuverlässigsten Linien gehören die Busse 324 (1,9 Prozent), 222 (8,7 Prozent) und 133 (9,2 Prozent). Wobei auch hier Ausfälle nicht für die Statistik relevant sind. Als Gründe für Verspätungen nennt die BVG unter anderem Bauarbeiten und ein stärkeres Verkehrsaufkommen.

Datum: 30. April 2019. Text: Redaktion. Bild: Alex Schulz