Scheinbare Wahrheit und bildgewaltiger Mythos

In der Schaubude Berlin dreht sich im Mai vieles um Manipulation und Kontrolle.

Am 28. Februar dieses Jahres prangt auf der Garnisonkirche in Potsdam ein Graffiti, auf dem eine Frau die Sterne der EU verwischt. Kurz darauf wird Paula Knüpling wegen „Hausfriedensbruch“ und „Zerstörung Öffentlichen Eigentums“ festgenommen. Sie streitet die Tat ab, ihr Alibi ist lückenhaft, die Berichterstattung undurchsichtig.

Die cmd+c Company aus Berlin, Barcelona und China nimmt den Fall zum Anlass, um in „Single Lives As Single Wants – Der Fall Paula Knüpling“ die Relevanz von Wahrheit in einer Welt voller subjektiver Meinungen zu überprüfen. Das Stück, das am 30. und 31. Mai sowie am 1. Juni gezeigt wird, ist eine von drei Mai-Premieren in der
Schaubude Berlin, Greifswalder Straße 81-84.

Schnellentschlossene schaffen es am 3. und 4. Mai, 20 Uhr, sowie am 5. Mai, 19 Uhr, noch zu „Wir wollen nie nie nie“. In einem ungewöhnlichen Zusammenspiel entwickeln der Trapezkünstler Moritz Haase und der Puppenspieler Jarnoth einen bildgewaltigen Mythos zweier unzertrennlich scheinender Körper…

Am 9. und 10. Mai, jeweils 20 Uhr, geht das Theaterkollektiv „systemrhizoma“ aus Hildesheim in „No Strings Attached“ der Frage nach, ob wir tatsächlich noch die Fäden unseres Lebens in der Hand halten oder wie Marionetten gesteuert werden.

In ihrer preisgekrönten, interdisziplinären Performance verwandelt systemrhizoma die Fäden des Marionettenspiels in audiovisuelle Choreografien und stellt Fragen nach den Mechanismen von Macht, Kontrolle und Selbstermächtigung. Eine intensive Komposition von Händen, Klangkunst und Lichtdesign. Mehr Informationen gibt es online.

Datum: 2. Mai 2019 Text: Manfred Wolf Bild: Schaubude Berlin