Ärger um neue Polizei-Struktur

CDU-Ortsverband kritisiert die geplante Zerschlagung der Polizei-Abschnitte in Mitte.

Die Struktur der Berliner Polizei soll gehörig umgekrempelt werden. Das gab Polizeipräsidentin Barbara Slowik bereits im Februar bekannt. Die Pläne für die Direktionen in Mitte aber sorgen für reichlich Kritik. Die Abschnitte 31 (Volkspark am Weinberg) und 32 (Keibelstraße) gehen künftig in der neuen Brennpunkt-Direktion mit Friedrichshain-Kreuzberg und Teilen Neuköllns inklusive Hermannstraße auf. Für die Gewerkschaft der Polizei macht die Zerschlagung der Abschnitte keinen Sinn. „Es ist aus polizeilicher Sicht nicht nachvollziehbar, warum die nach unserer Meinung hervorragend organisierte Direktion 3 in drei Stücke zerteilt wird“, heißt es in einer Stellungnahme der Gewerkschaft.

Die Eingliederung der beiden Moabiter Abschnitte 33 und 34 in die Direktion 2 in Spandau mit Sitz in Ruhleben wird nun zudem von der CDU-Fraktion im Bezirk kritisiert. „Die Direktion 2 in Spandau hat bereits heute mit Messe, Olympiastadion und Ku´damm zahlreiche und herausfordernde Aufgaben in ihrer Verantwortung. Nun kommen mit dem Regierungsviertel und mit der Straße des 17. Juni Bereiche hinzu, die ebenfalls eine enorm intensive Betreuung erfordern“, bemängelt Martin Leuschner vom Ortsverband CDU Moabit in einem offenen Brief an die Polizeipräsidentin. Er befürchtet, dass durch die Umstrukturierung die Polizeipräsenz im Kiez nachlässt. Dabei gebe es in Moabit „große Probleme mit Alltags- und Straßenkriminalität“. Mitte sei ohnehin der Bezirk mit den meisten verzeichneten Straftaten. Deshalb fordert die Moabiter CDU Slowik dazu auf, die Auswirkungen auf die einzelnen Abschnitte detailliert zu beschreiben. Die Auflösung der Direktion Mitte dürfe nicht zu Mehrarbeit und schwierigeren Arbeitsbedingungen für die ansässigen Kollegen führen.

Datum: 3. Mai 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images / Waldmüller3