Schneller mit dem Rad von Wannsee nach Charlottenburg

Senat plant Radschnellverbindung vom Königsweg zum Kronprinzessinnenweg.

Radfahrer sollen künftig schneller und sicherer von Wannsee zum Kurfürstendamm kommen: Zwischen Königsweg und Kronprinzessinnenweg plant der Senat eine von berlinweit mindestens zehn Radschnellverbindungen. Die zwölf Kilometer lange Route führt laut der laufenden Machbarkeitsstudie durch die Ortsteile Wannsee, Nikolassee und Grunewald parallel zur „Avus“ (Bundesautobahn 115) bis zum westlichen Ende des Kurfürstendamms. Mögliche Streckenführungen wurden bei einem Bürgerdialog im Rathaus Zehlendorf vorgestellt und diskutiert. Die Hinweise und Anmerkungen, etwa zu Nutzungskonflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern und zur Trassenfindung, sollen in die weiterführende Untersuchung einfließen.

Die Radschnellverbindung sei landschaftlich attraktiv und könne auf eine gute Infrastruktur mit nur wenigen Kreuzungen aufbauen, sodass ein zügiges Tempo erreicht werden kann, hieß es aus der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. An vielen Streckenabschnitten erfüllen vorhandene Wege bereits die erforderliche Mindestbreite von rund vier Metern für den Radweg. Am Nordende wird die Radschnellverbindung in Charlottenburg mit dem Radrouten-Hauptnetz verbunden sein.

Längere Strecken

Grafik: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Zudem sind angrenzende Brandenburger Kommunen wie Potsdam in den Planungsprozess eingebunden. „Eine mögliche Verlängerung der Route nach Brandenburg und Potsdam wird die Strecke noch attraktiver machen“, so Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese. „Mit den Radschnellverbindungen können im Alltag auch längere Strecken zügig mit möglichst wenig Stopps zurückgelegt werden. Das macht Radfahren für Berufspendler und auch in der Freizeit komfortabler.“

Seit Januar laufen die Machbarkeitsuntersuchungen für alle derzeit geplanten Radschnellverbindungen. Die Machbarkeitsuntersuchung für die Route von Wannsee nach Charlottenburg soll im dritten Quartal abgeschlossen sein, so die Senatsverwaltung. Daran schließen sich künftig weitere Planungsschritte sowie Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger an. Für diesen Planungsprozess seien mindestens 30 Monate zu veranschlagen, so dass mit einem Baubeginn nicht vor 2022 zu rechnen sei.

Radfahrer haben Vorrang

Radschnellverbindungen machen das Radfahren aus Senatssicht attraktiver, weil längere Strecken – auch zwischen den Außenbezirken und der Innenstadt – sicher und komfortabel zurückgelegt werden können. Radschnellverbindungen sind breit und mit möglichst wenig Stopps zu befahren: Entlang von Hauptverkehrsstraßen sind sie je Fahrtrichtung mindestens drei Meter breit, sodass Überholen gut möglich sei. Auf Fahrradstraßen und Sonderwegen sind sie im Zweirichtungsverkehr mindestens vier Meter breit. Zudem werden die Trassen in der Dämmerung und nachts gut beleuchtet sein. An Kreuzungen gilt im Regelfall Vorrang für den Radverkehr. Fußwege verlaufen getrennt vom Radweg und sind mindestens 2,5 Meter breit.

Für die rund 148 Kilometer der ersten zehn Radschnellverbindungen ist insgesamt ein zweistelliger Millionenbetrag eingeplant. Weitere Informationen gibt es zu Radschnellverbindungen in Berlin gibt es hier.

Datum: 5. Mai 2019. Text: Redaktion. Bild: imag images/Jürgen Tack.