Weniger Rummel, mehr Qualität am Alex

Platz-Beauftragter kann erste Arbeitserfolge verzeichnen.

Der Alexanderplatz soll wieder ein weltoffener, freundlicher Ort werden. Mit diesem Ziel ist Andreas Richter vor knapp drei Monaten die neu geschaffene Stelle des Alex-Managers angetreten. Bis aus dem Durchgangspunkt tatsächlich eine Piazza wird, dürfte es wohl noch einige Zeit dauern. Erste Erfolge aber kann Richter schon verzeichnen. „Die Beleuchtungssituation soll beispielsweise durch den Einsatz von breiter strahlenden Reflektoren in bestehenden Leuchten, durch die Reparatur von defekten Leuchten und einer neuen Ausleuchtung von dunklen Ecken verbessert werden“, erklärt Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel. Vor wenigen Wochen hat deshalb bereits eine nächtliche Begehung mit Vertretern von Polizei, Wissenschaft und der verantwortlichen Senatsverwaltungen stattgefunden. Ginge es nach von Dassel und Richter, würde es für den gesamten Platz ein neues Lichtkonzept mit künstlerischer Beleuchtung der S-Bahn Brücken und Durchfahrten geben. Aber: „Hierfür braucht es wohl noch einen ziemlich langen Atem unseres Alex-Beauftragten“, so der Grünen-Politiker.

Weniger Budenzauber

Langer Atem ist auch das Stichwort für ein anderes Ziel, das Stephan von Dassel schon seit Jahren anstrebt: die Zahl der Veranstaltungen am Alex. Aktuell stehen an rund 180 Tagen im Jahr Buden auf dem Platz. Kürzlich fand noch der Ostermarkt statt. Im August folgt das vegane Sommerfest, im Winter weihnachtlicher Budenzauber. Dazwischen gibt es Oktoberfeste, Rummel und Fressbuden. Künftig soll die Zahl der Veranstaltungstage auf maximal 120 begrenzt werden – und das bereits ab 2020. Dann soll vermehrt auf die Qualität der Veranstaltungen geachtet werden. Auch Richter schwebt ein kulturell anspruchsvolleres Programm vor. „Ginge es nach mir, würden die Philharmoniker am Neptunbrunnen und Rammstein auf dem Dach des Saturn-Gebäudes spielen“, erklärte der Unternehmer bei seiner Vorstellung im Februar.

Um diese Pläne umsetzen zu können, bedarf es aber zunächst einer Änderung des Berliner Straßengesetzes. „Veranstaltungen im öffentlichen Raum können in der Regel nur bei Sicherheitsbedenken oder fehlender Leistungsfähigkeit der Antragsteller versagt werden. Kulturelle oder soziale Qualität spielt dabei leider – noch – eine völlig untergeordnete Rolle“, kritisiert der Bezirksbürgermeister. Um das Gesetz anzupassen, sucht von Dassel jetzt den Weg über den Rat der Bürgermeister. Zuständig ist letztlich die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Freies Internet

Erste Erfolge verzeichnet Andreas Richter hingegen beim Ausbau des WLAN-Netzes auf dem Platz. Bereits im März wurden erste Sendestationen installiert und in Betrieb genommen. Weitere sollen bis Ende des Jahres folgen, damit auf dem gesamten Alexanderplatz endlich auch ein flächendeckender Internet-Empfang möglich ist.Mit

Datum: 9. Mai 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images / A. Friedrichs