Goldschatz aus Schule gestohlen

14 Minuten dauerte der Einbruch in die Fuchsberg-Grundschule.

74 gegossene Äste aus purem Gold – das war der Schatz, der im Herbst des vergangenen Jahres vom Berliner Künstler Thorsten Goldberg gefertigt und als „ideeller Grundstock“ an die im September neu eröffnete Grundschule übergeben wurde. In einem gläsernen Safe wurde das Kunstwerk aufbewahrt und für alle Schüler sichtbar ausgestellt worden. Als eine Art lockende Belohnung waren die Goldäste gedacht gewesen: Die Schule hätte das Kunstwerk nach 14 Jahren gegen den Materialwert eintauschen können und dafür Geld erhalten, mit dem man Wünsche und Bedürfnisse der Kinder hätte bezahlen können. Bezahlt wurde das Objekt aus dem Senatsfördertopf „Kunst am Bau“.

Da waren die Äste Einfach weg

Jetzt ist der Platz leer und das rund 28.000 Euro teure Nest verschwunden. In der Nacht zum 15. Mai waren die Täter in die Schule eingestiegen, hatten die eigentlich als absolut einbruchsicher geltende Vitrine aufgebrochen und das wertvolle Kunstwerk gestohlen. Schaden insgesamt: 80.000 Euro. Es war nicht der erste kriminelle Anlauf, um das wertvolle Goldnest zu entwenden. Bei den beiden gescheiterten Diebstahlversuchen der vergangenen Monate waren Einbrecher jeweils leer ausgegangen. Während damals die Panzerglasscheiben den Einbruchsversuchen noch widerstanden hatten, zerbarst die Vitrinenscheibe nun. Kurz nach Mitternacht seien bislang noch unbekannte Täter gewaltsam in die Biesdorfer Schule an der Apfelwicklerstraße eingedrungen. Wenige Minuten nach dem mutmaßlichen Tatzeitpunkt stellten Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma den Einbruch fest und alarmierten die Polizei. Die fanden nur noch die aufgebrochenen Räume und die leergeräumte Vitrine vor. Die Ermittlungen dauern an und wurden vom Fachkommissariat für Kunstdelikte des Landeskriminalamtes übernommen. Insgesamt 14 Minuten soll der Gold-Coup an der Grundschule am Fuchsberg gedauert haben. Die Täter hätten genau gewusst, was sie taten, teilt die Polizei mit. Das Spezialwerkzeug zu diesem Coup könnte dabei aus einem Raub bei einer Feuerwehrwache in Johannisthal stammen, wurde dazu mitgeteilt.

Zuvor ausspioniert

Laut Informationen des Berliner Kuriers hätten die Täter ein Loch in das Panzerglas gebohrt, durch das sie die filigranen Goldzweige aus der Vitrine heraus gezogen hätten. In den Tagen vor dem Biesdorfer Goldraub seien aus kriminellen Clan-Kreisen bekannte Personen in der Nähe der Schule beobachtet worden. Einige der Hinweise legten die Spur zu einem stadtbekannten kriminellen Clan nahe, der bereits mit dem Goldmünzraub der „Big Maple Leaf“ aus dem Bode-Museum im Jahr 2017 in Verbindung gebracht worden war. Durchsuchungen in Wohnungen in Britz, Buckow, Neukölln und Friedrichsfelde verliefen jedoch ergebnislos. Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) kündigte nun über soziale Netzwerke an, in den kommenden Tagen klären zu wollen, ob der Goldschatz nun an gleicher Stelle ersetzt werde. Schon nach dem ersten Einbruchsversuch hatte Lemm vorgeschlagen, das 814 Gramm schwere Kunstwerk in einem Safe zu sichern und durch eine Replik in der Schulvitrine ersetzen zu lassen. Im Moment muss zudem noch geklärt werden, wie und durch wen das Goldnest versichert war.

 

Datum: 24. Mai 2919, Text und Bild Stefan Bartylla/ thomas Golberrg/Promo