Widerspruch soll MUF in Lichterfelde verhindern

Bürgerinitiative: Bebauung gefährdet Biotop am Dahlemer Weg.

Die Bürgerinitiative (BI) Lebenswertes Lichterfelde und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) haben Widerspruch gegen die Entwidmung der geschützten Grünanlage am Dahlemer Weg 247 eingelegt. Damit soll verhindert werden, dass in dem seit Jahrzehnten verwilderten Bereich eine Mobile Unterkunft (MUF) für rund 500 Flüchtlinge errichtet wird.

Geschützte Tierarten

„Für die Entwidmung besteht kein Bedarf, weil die MUF wegen der besonderen natur- und artenschutzrechtlichen Wertigkeit nicht realisierbar ist“, erklärt Henning Gerlach, Vorsitzender der BI. „Das Biotop dient als Rückzugsgebiet für viele geschützte Tier- und Pflanzenarten. Im Zusammenhang mit dem wertvollen Totholz hat sich eine Symbiose entwickelt, die es zu wahren gilt.“ Eine Realisierung des Bauvorhabens wäre ein „schwerwiegender und unverhältnismäßiger Eingriff in den Umwelt- und Naturschutz“.

Der BUND begründete den Einspruch unter anderem damit, dass sich das Bezirksamt nicht ausreichend mit Alternativstandorten und anderen Belangen, etwa dem Umweltschutz, befasst habe. Seit mehr als einem Jahr versucht die BI mit dem Bezirksamt ins Gespräch zu kommen. Dieses habe auf Bemühungen, in der Umgebung geeignetere Grundstücke für einen MUF-Bau zu finden, kaum reagiert. Vorschläge zu Ersatzgrundstücken seien verworfen oder ignoriert worden.

Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) hatte die Fläche im vergangenen Jahr im Bezug auf das MUF-Projekt als „Grundstück in geeigneter und notwendiger Größe“ bezeichnet. Was die naturschutzrechtlichen Bewertungen betrifft, nehme die Wertigkeit des Areals vom südlichen Bereich an der Goerzallee in Richtung Norden ab.

Datum: 26. Mai 2019, Text: Redaktion. Bild: imago/tagesspiegel