Berlin-Kreuzberg feiert: Karneval der Kulturen

Mehr Achtsamkeit, weniger Motoren – der Karneval der Kulturen soll zukunftsfähig bleiben.

Massen an Besuchern kommen jedes Jahr zu Pfingsten nach Kreuzberg. Anlass ist der Karneval der Kulturen, der in diesem Jahr vom 7. bis 10. Juni stattfindet. Bei so vielen Menschen wird es manchmal eng, die Belastung für die Umwelt ist groß. Die Veranstalter des Karnevals wollen in diesem Jahr daran arbeiten, die negativen Effekte, die Großveranstaltungen mit sich bringen, zu reduzieren und das bunte Spektakel so „nachhaltig und achtsam wie möglich zu produzieren, damit es ein Fest für alle Beteiligten bleibt“.

Mehr Achtsamkeit

Die Veranstalter wollen gemeinsam mit den Akteuren die Besucher für die Bedürfnisse der Anwohner sensibilisieren, um während der Festtage weniger Lärm und Müll zu produzieren. Im Aufstellungsbereich der Gruppen sollen die Soundchecks nur noch maximal 15 Minuten lang sein. Die Veranstalter stimmen sich eng mit Polizei und Feuerwehr ab, insbesondere wenn es um Fragen des Grundschutzes der Anlieger und die Verhinderung von groben Belästigungen geht. Aus Sicherheitsgründen wird der Karneval der Kulturen in diesem Jahr von Sicherheitskameras überwacht. An der Strecke des Umzugs und auf dem Festgelände werden zwölf sichtbar gekennzeichnete Kameratürme aufgestellt.

Weniger Motoren

Perspektivisch sollen so viele Umzugsfahrzeuge wie möglich ohne Motor eingesetzt werden. Dafür seien Workshops unter Beteiligung der Karnevalsgruppen und der technischen Leitung durchgeführt worden, so die Veranstalter. Für Transporte auf dem Fest werden Lastenräder eingesetzt. Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) würden zum Nachhaltigkeitsgedanken beitragen, indem zum Beispiel längere Züge eingesetzt werden, um eine unkomplizierte Anreise mit den Öffentlichen zu ermöglichen.

Der Straßenumzug

4.400 Karnevalsakteure in 74 Gruppen haben sich für den Straßenumzug am 9. Juni angemeldet. 23 Gruppen bestreiten den Umzug ohne Motoren. Gestartet wird um 12.30 Uhr an der Yorckstraße/Ecke Großbeerenstraße. Die Tour führt demnach von der Yorckstraße über die Gneisenaustraße und Hasenheide bis zum Hermannplatz. Dort endet der Umzug um 21 Uhr. Der Kostümumzug für Kinder findet am 8. Juni statt. Start ist um 13.30 Uhr am Mariannenplatz, gelaufen wird bis zum Görlitzer Park. Zwischen 15 und 19 Uhr findet ebendort ein großes Kinderfest statt.

Das Straßenfest

Eine Reise durch die Länder und Kontinente bietet das Straßenfest vom 7. bis 10. Juni rund um den Blücherplatz mit den drei großen Bühnen Latinauta, Black Atlantica und East2West sowie zehn kleinen Musik-Corners. Es gibt viel zu entdecken an mehr als 300 Ständen mit Produkten aus aller Welt, während die Besucher auf einer Welle aus Global Beats von Latin Sounds über Afropop bis Balkan, Humppa, Chancon und Electronic Trance weitergetragen werden. Der Rasen in Aktion lädt Kinder und Erwachsene mit Theater, Performances und Workshops zum Mitmachen ein. Was wird in diesem Jahr anders? Der Grüne Bereich wird zu „Shanti Town“. Mitten im Festgebiet wird ein Aktionscamp gegen Rassismus und Krieg, für Vielfalt, Nachhaltigkeit und Verantwortung errichtet. „Shanti“ bedeutet Frieden, Ruhe und Wohlergehen. Künstler, Vereine und Initiativen geben dieser Haltung mit Filmprojektionen, einem Umsonstladen, Komposttoiletten, Workshops, Plakatdruck und anderen Mitmach-Aktionen Ausdruck. Öffnungszeiten des Festes: Freitag, 16 bis 24 Uhr, Samstag und Sonntag, 11 bis 24 Uhr, Montag, 11 bis 19 Uhr. Weitere Infos gibt es hier.

Datum: 30. Mai 2019, Text: Sara Klinke, Bilder: Frank Löhmer