Milieuschutz in der Luisenstadt?

Bezirksamt prüft Quartiersentwicklung und Aufwertungspotenzial.

Wohnraum wird in Mitte immer knapper. Viel Potenzial für neuen Wohnungsbau steckt noch im Sanierungsgebiet Nördliche Luisenstadt. Das Gebiet rund um die Köpenicker und Heinrich-Heine-Straße wurde 2011 als Sanierungsgebiet festgelegt. Bis 2026 sollen hier unter anderem die Nutzungsmischung, die Erschließung des Spreeufers sowie die Inwertsetzung von Grundstücken vorangetrieben werden. Derzeit steht vor allem die Schaffung von preiswerten, von breiten Schichten der Bevölkerung nachgefragten Wohnungen im Vordergrund. Um die Mieter in dem Viertel vor Verdrängung und Luxussanierungen zu schützen, prüft das Bezirksamt derzeit, ob es hier den Milieuschutz geltend machen kann.

Soziale Zusammensetzung

„Mit den bereits in vielen anderen Quartieren der Stadt bestehenden Erhaltungsverordnungen kann die soziale Zusammensetzung der Wohnbevölkerung aus besonderen städtebaulichen Gründen geschützt werden. So sollen diesbezügliche Fehlentwicklungen vermieden und die Bewohner vor Verdrängung und dem Abriss von preiswertem Wohnraum oder die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen geschützt werden“, erklärt Stadtentwicklungsstadtrat Ephraim Gothe (SPD) das Vorgehen.

Bevor der Milieuschutz greifen kann, gilt es aber zunächst, die dafür erforderlichen Daten zu erheben. Dafür sind nun die Bewohner der Nördlichen Luisenstadt gefragt. Dazu schickt das Bezirksamt dieser Tage einen Fragebogen an die Bewohner, in dem unter anderem nach der Wohndauer, der Miethöhe, nach durchgeführten Modernisierungen sowie nach der Nutzung der örtlichen Infrastruktur gefragt wird. Die anonymisierte und freiwillige Befragung läuft dann bis zum 23. Juni.

Datum: 5. Juni 2019, Text: Redaktion, Bild: imago images / Jürgen Ritter