Panoptikum des DDR-Alltags

Museum Pankow zeigt die Fotoausstellung “Graustufen”

Am 6. Juni, 19.30 Uhr, eröffnet das Museum Pankow, Prenzlauer Allee 227/228, die Sonderausstellung „Graustufen. Innenansichten aus der DDR“ mit Fotos von Jürgen Hohmuth, Texten und Objekten. Es lesen verschiedene Autoren des gleichnamigen Buches „Graustufen“. Es singt Hans-Eckardt Wenzel.

Die Geschichte der DDR ist fast 30 Jahre nach ihrem Ende noch immer von Klischees und dem Streit um Deutungshoheiten geprägt. Meist unumstritten ist, dass der lange Arm des Staates durch seine Organisation und Kontrollmechanismen in sehr weiten Teilen bis tief ins private Leben der Bevölkerung reichte und es prägte. Demnach lieferte der Alltag den Rahmen für Anpassung und Widerstand seiner Bürgerinnen und Bürger. Er zeigt wie eine Blaupause die Beziehung zwischen Staat und Bürgern auf und verweist somit beständig vom Privaten auf das große Ganze des Systems.

Die Ausstellung zeigt den Alltag der DDR aus drei Perspektiven: Fotos, literarische Texte und historische Objekte. Die größtenteils schwarz-weißen Fotos des Fotografen Jürgen Hohmuth aus den 70er und 80er Jahren dokumentieren ein Panoptikum von Szenen des DDR-Alltags, zeigen Wohnungen, Läden, Arbeitsstätten, Freizeitplätze und Menschen in komischen, ernsten und politisch geprägten Alltagsszenen. Die zeithistorischen Fotos werden von bekannten und unbekannten DDR-Literaten aktuell kommentiert. Gedichte, Romanauszüge, Anekdoten, Erzählungen und historische Objekte stehen in Wechselwirkung mit den Fotos und setzen das Heute mit der Vergangenheit in Bezug.

Die Ausstellung ist vom 7. Juni 2019 bis zum 19. Januar 2020 dienstags bis sonntags von 10-18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Datum 5. Juni 2019 Text: Manfred Wolf Bild: Jürgen Hohmut