Ein Abenteuer für Rot-Weiß

Kann der 1. FC Union Berlin tatsächlich schon Fußball-Bundesliga?

Wann spielt der 1. FC Union Berlin gegen Hertha BSC und die anderen Bundesliga-Konkurrenten? Die ersten Antworten auf diese Frage gibt der Deutsche Fußballbund (DFB) am 28. Juni. Exakt sieben Wochen vor dem Erstliga-Auftakt am 16. August werden die Spielpläne für die Saison 2019/2020 veröffentlicht. Wir wollen an dieser Stelle ergründen, wo der Verein bereits bundesligatauglich ist:

Präsident

Dirk Zingler ist seit 40 Jahren Fan und steht dem Verein seit 2004 vor. Union stieg mal wieder in die damals drittklassige Regionalliga ab und fand sich ein Jahr später sogar in der Oberliga wieder. Mit Beharrlichkeit und Verhandlungsgeschick gelang es Zingler, die finanzielle Lage des Vereins zu konsolidieren. Er holte mit Uwe Neuhaus (bis 2014) einen Trainer an Bord, dem es gelang, Union in der Zweiten Liga zu etablieren. Unter Zinglers Regie wurde und wird der Stadionausbau vorangetrieben. Zingler mischt sich auch in die Politik des DFB ein. Sein Papier „Kurswechsel im deutschen Fußball“ sorgte 2018 für heftige Diskussionen. Fazit: Bundesligareif

Trainer

Urs Fischer kam mit Beginn der Spielzeit 2018/2019 und der Empfehlung zweier Schweizer Meistertitel und einer Champions-League-Teilnahme mit dem FC Basel an die Wuhle. Mit seiner zurückhaltenden Art gewann er die Herzen der Fans, vor allem aber impfte er der Mannschaft das Selbstvertrauen ein, mit ihren Mitteln durchaus in der Lage zu sein, ganz oben mitzuspielen. Am Ende der Saison stand fest, dass der 1. FC Union Berlin ein Bundesligist ist. Fazit: Bundesligareif

Mannschaft

Unter Führung ihres Kapitäns Christopher Trimmel (32) legte die Elf eine sensationelle Hinrunde hin und blieb ungeschlagen. Dass sich die Truppe gegen den VfB Stuttgart in der Relegation (2:2, 0:0) durchsetzte, spricht ebenfalls für sie. Dennoch wird sie verstärkt werden müssen. Ob die Neuzugänge Florian Flecker (vom TSV Hartberg, Österreich) oder Julius Kade (Hertha BSC) dazu beitragen können, bleibt abzuwarten.
Fazit: Bedingt bundesligareif

Fans

Wer schon mal die Atmosphäre im engen Stadion An der Alten Försterei erlebt hat, weiß: Diese Fans sind schon etwas Einmaliges. Hier wird die Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute lautstark und kreativ angefeuert, hier verlässt niemand, der ein echter Unioner ist, vor dem Abpfiff das Stadion. Auch zu Auswärtsspielen reisen regelmäßig mehrere Tausend Unions-Fans mit. Mit legendären Aktionen wie „Bluten für Union“ oder dem Ausbau des Stadions, für den Hunderte Unioner Tausende Arbeitsstunden leisteten oder sich finanziell beteiligten, wurde der Zusammenhalt innerhalb des größten reinen Fußballvereins Berlins mit seinen mehr als 22.000 Mitgliedern weiter gestärkt. Fazit: Bundesligareif

Stadion

Das Stadion An der Alten Försterei ist ein Schmuckkästchen, genügt aber in einigen Punkten (zum Beispiel Anzahl der Sitzplätze) nicht den Anforderungen des DFB und darf deshalb nur mit Ausnahmegenehmigung bespielt werden. Der geplante Ausbau auf 37.000 Plätze wird um mindestens ein Jahr verschoben. Auch die Anreise mittels ÖPNV (S-Bahn und Straßenbahn) ist mühsam, Parkplätze stehen kaum zur Verfügung. Hier muss sich dringend was verbessern. Fazit: Nicht bundesligareif

Datum: 7. Juni 2019 Text und Bild: Ulf Teichert