Verein fordert Schönheitskur für Tegeler Hafenbrücke

Die Dächer und die Stahlkonstruktion haben die besten Jahre hinter sich.

Die Tegeler Hafenbrücke – besser bekannt als „Sechserbrücke“ – wurde im Jahr 1921 in ihrer heutigen Gestalt mit Torbau und Brückenkopf fertiggestellt und feiert in zwei Jahren ihren „zweiten“ 100. Geburtstag. Doch eines der bekanntesten Bauwerke des Ortsteils ist in die Jahre gekommen. Der Verein „I love Tegel“ und die CDU-Bezirksfraktion setzen sich für eine Schönheitskur ein.

Risse im Beton

Im Jahr 2008 war die Vollendung der Brücke in ihrer ursprünglichen Version im Jahr 1908 gefeiert worden. „Das hohe Alter sieht man ihr zunehmend an und der bauliche Zustand verschlechtert sich von Jahr zu Jahr“, sagt Felix Schönebeck, der Vorsitzende des Vereins „I love Tegel“. Schönebeck: „Der Beton weist vielerorts Risse auf, aus denen teilweise bereits Wildwuchs zutage tritt. Das bedeutet auch, dass sich dauerhaft Feuchtigkeit in der Substanz befindet. Dadurch werden die Schäden im Winter größer.“

Unwürdiger Zustand

Auch die Dächer und die Stahlkonstruktion hätten die besten Jahre hinter sich. Für ein unschönes Gesamtbild sorgten darüber hinaus ausgeblichene und abblätternde Farben sowie Rostschäden. Dazu kommen etliche Schmierereien. „Das ist unserer Sechserbrücke nicht würdig“, erklärt Schönebeck. Der CDU-Bezirksverordnete hat zunächst die Unterstützung durch besagten Verein zugesichert. Das junge Team hat in den vergangenen Jahren ehrenamtlich bereits die historischen Kanonen sowie die englische Telefonzelle und den Postkasten an der Greenwichpromenade restauriert.

Zusätzlich hat Schönebeck einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht, der den Senat auffordert, dass die Brücke anlässlich des Jubiläums umfassend instand gesetzt und restauriert wird. Der Antrag wurde in den Bauausschuss überwiesen. „Die Sechserbrücke ist ein herausragendes Wahrzeichen und Denkmal des Bezirks und von Tegel“, so Schönebeck. Überdies sei sie ein wichtiger Teil der Tegeler Geschichte und eines der beliebtesten Ausflugsziele und Fotomotive in Reinickendorf. „Zum 100. Jubiläum der Fertigstellung in zwei Jahren und zum 700-jährigen Jubiläum des Ortsteils Tegel ein Jahr später muss die Sechserbrücke einen denkmalwürdigen Zustand haben. Deshalb soll sie jetzt eine Schönheitskur bekommen.“

Keine Gefahr

Die letzte Grundinstandsetzung erfolgte zwischen den Jahren 1988 und 1991. „Aufgrund vorhandener Risse im Beton sowie Korrosionsschäden am Stahlüberbau tragen die vier Teilbauwerke der Brücke Zustandsnoten von 1,9 bis 2,8“, so Derk Ehlert von von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. „Die Verkehrssicherheit ist nicht gefährdet.“

Wegen des derzeitigen Instandhaltungsrückstaus bei Berlins Brücken „ist unter Beachtung der Prioritätensetzung und der knappen Personalsituation“ eine erneute „Grundinstandsetzung und Umbauplanung mit dem Ergebnis der Barrierefreiheit in den nächsten Jahren nicht möglich“. Derzeit hat der Senat unter anderem mit dem Neubau  der Salvador- Allende-Brücke in Köpenick zu tun. Außerdem laufen Planungen, um die Rudolf-Wissell-Brücke und die Elsenbrücke zu ersetzen.

Die Tegeler Hafenbrücke überspannt als Fußgängerbrücke die Einfahrt des Tegeler Hafens und die Mündung des Tegeler Fließes.

Datum: 5. Juni 2019. Text: Redaktion. Bild: imago images/Schöning.