Die Demontage der Menschlichkeit

Die Compagnie von Toula Limnaios zeigt ihr bewegendes Stück „volto umano“

Die Halle Tanzbühne Berlin, Eberswalder Straße 10, lädt noch einmal am 8. sowie vom 12. bis 15. Juni, jeweils 20.30 Uhr, zum Tanzstück „volto umano – das menschliche Gesicht“ ein.

Das Stück der Compagnie der in Berlin lebenden griechischen Choreografin Toula Limnaios entfaltet mit acht Tänzern ein großes Panorama einer Welt an der Kippe, in der die Utopie einer Demontage der Menschlichkeit weicht – ein Sinnbild unserer heutigen Gesellschaft. Eine Mechanisierung, die mitten ins Herz der Gemeinschaft trifft, entkräftet den Einzelnen und führt zum Verlust von Empathie, Individualität und Neugier.

In „volto umano“ infiltriert Gewalt den Mikrokosmos der Interpreten, sickert in und aus ihren Körpern. Das Stück bewegt sich zwischen den „kleinen Un-Taten“ in der Gesellschaft, in denen das Erbarmungslose hervorkommt. Es offenbart die menschlichen Schwächen und zielt dabei mitten ins Mark der Gegenwart, die sich zunehmend von der Menschlichkeit entfernt. In einer überfordernden Dynamik der modernen Welt kann sich alles von einem zum anderen Augenblick verändern und ins Verhängnisvolle stürzen.

Die Tip schrieb: „Toula Limnaios ist eine der ganz wenigen Choreografinnen in Berlin, die eine eigene Compagnie unterhält und auch großformatige Choreografien produziert. In ’volto umano’ untersucht sie die dünne Schicht der Zivilisation und Kultur, die uns von der Barbarei trennt. Es ist eine durchaus sehr aktuelle Frage, die die Tänzer hier als Mikrogesellschaft bewegt: Was treibt Menschen dazu, anderen Menschen das Mitgefühl zu entziehen und ihnen mit Hass und Gewalt zu begegnen?“