Flussbad-Pokal fällt ins Wasser

Unwetter der vergangenen Tage machen das Anschwimmen in der Spree unmöglich.

Update: Durch die heftigen Unwetter der vergangenen Tage war nicht nur die Berliner Feuerwehr im Ausnahmezustand. Auch die Wasserqualität der Spree hat stark gelitten. So stark, dass der für Sonntag geplante Flussbad-Pokal nun ausfallen muss.”Wir haben alle Tränen in den Augen”, sagte Schatzmeister Kai Dolata dazu. Bis zu 45.000 Kubikmeter Schmutzwasser seien durch den Starkregen in den Spreekanal geschwemmt worden. Ein neuer Termin steht aber bereits fest: am 25. August können Schwimmer nun die historische Kulisse am Schloss genießen. 

Nach der Arbeit noch eine Runde in der Spree schwimmen: Das könnte bald Wirklichkeit werden. Einen Vorgeschmack darauf, wie es sein kann, die Museumsinsel und den Berliner Dom vom Wasser aus zu betrachten, bietet seit fünf Jahren der Flussbad-Pokal, der vom gemeinnützigen Verein Flussbad Berlin veranstaltet wird. In diesem Jahr findet die Sportaktion im Spreekanal am 16. Juni statt. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, übernimmt die Schirmherrschaft für den diesjährigen Wettbewerb. Die hatte er bereits im Jahr 2017 zugesagt, aber damals fiel der Pokal wegen des Dauerregens ins Wasser. „Wir freuen uns also auf 2019 und hoffen, dieses Mal klappt es“, erklärt der Verein Flussbad vor dem sommerlichen Sport-Event. Wenn Müller den Startschuss gibt, springen auch in diesem Jahr wieder hunderte Schwimmbegeisterte Wasserratten in den Kanal und schwimmen um den Pokal.

Verlängerte Strecke

Für alle, die lieber ganz entspannt die historische Kulisse genießen wollen, findet im Anschluss an den Wettkampf erneut das sogenannte Flussschwimmen statt. „Der Flussbad-Pokal ist somit eine einmalige Gelegenheit, sportlich und mit Ehrgeiz zu schwimmen oder einfach auch nur das Bad entlang der Museumsinsel zu testen“, heißt es vom Verein. Neu ist in diesem Jahr die verlängerte Strecke, die nun auf 1.500 Metern von der südlichen Monbijoubrücke bis zum Humboldt Forum führt. Für das Flussschwimmen bleibt es aber bei der gewohnten Strecke von 1.000 Metern, die von der südlichen Monbijoubrücke bis zur Schlossbrücke verläuft.

Neu ist zudem, dass das Flussschwimmen komplett kostenlos ist. Ginge es nach dem Verein Flussbad Berlin würde es sich beim späteren Stadtbad ebenfalls um ein kostenloses Angebot handeln. Ob sich das wirklich realisieren lässt, steht aber noch nicht fest. Die hohe Teilnehmer- und Zuschauerzahl zeigt aber, wie groß das Interesse an einer Bademöglichkeit in der historischen Mitte ist. Und ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum Flussbad wurde erst im April gemacht, als Bund und das Land Berlin bekanntgaben, dass die Planung und der Bau der Freitreppe an der Schlossfreiheit mit bis zu 6,4 Millionen Euro finanziert werden.

Ausweichtermin steht fest

Sollte die Schwimmveranstaltung aufgrund schlechten Wetters oder mangelnder Wasserqualität ins Wasser fallen, findet laut Verein ein Ersatztermin am 25. August statt. Noch gibt es freie Plätze für das Spreeschwimmen von 13 bis 15 Uhr. Zwischen 15 und 17.30 Uhr ist die Strecke dann für alle angemeldeten Flussschwimmer geöffnet. Wer sich anmelden oder über das Projekt informieren möchte, wird online fündig. Nachmeldungen können dann auch am 16. Juni vor Ort erfolgen. Die Teilnahme am Wettbewerb kostet 20 Euro.

Datum: 9. Juni 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: Espen Eichhöfer, OSTKREUZ