Vom Alex zum Potsdamer Platz

Senat setzt auf Öffentlichkeitsbeteiligung bei geplanter Straßenbahnlinie.

Die Pläne für eine Straßenbahnverbindung vom Alexanderplatz zum Potsdamer Platz werden immer konkreter. Bei einer Informationsveranstaltung in der Marienkirche wurde der aktuelle Stand der Planungen vorgestellt. Die neue Tram-Linie soll die Direktanbindung der nordöstlichen Stadtteile an die südliche City werden und das Umsteigen zur U6 sowie der Nord-Süd-S-Bahn verbessern. Der Senat verspricht sich dadurch „kürzere Fahrzeiten und einen besseren Fahrkomfort“. Unterwegs soll die Bahn am Roten Rathaus, am Molken- und Spittelmarkt halten und dann über die schon jetzt an vielen Stellen enge Leipziger Straße zum Potsdamer Platz führen.

Die Leipziger Straße gilt als eine der meist befahrenen Strecken der Stadt. Die Planungen sorgten deshalb im Vorfeld für einige Kritik. An der Straße sind nicht nur zahlreiche Gewerbe angesiedelt, hier leben auch rund 6.000 Menschen. „Der motorisierte Verkehr der Leipziger Straße zerschneidet das Wohnquartier“, erklärte beispielsweise das Netzwerk Fahrradfreundliche Mitte und forderte gleichzeitig mehr Platz für Fahrradfahrer. Den könnten Radler tatsächlich bekommen. Ob die Straßenbahn-Haltestelle in die Mitte oder an den Rand der Straße gelegt werden soll, steht noch nicht fest.

In jedem Fall soll ein breiter, durch Poller abgegrenzter Fahrradweg entstehen. Zudem könnte die Fahrbahn auf eine Spur verengt werden. Viele der Anwesenden kritisierten die späte Inbetriebnahme der neuen Straßenbahnlinie. Planungen dazu gibt es seit den 90er-Jahren, eigentlich sollte sie bereits 2006 fertiggestellt sein. Nun dürfte sie frühestens 2027 rollen. Der Senat hofft nun auf Anregungen der Berliner auf ihrer Online-Beteiligungsplattform.

Datum: 13. Juni 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images / Andreas Gor