Das Comeback der Sibylle

Bekannteste Modezeitschrift der DDR im Fokus der neuen Ausstellung im Willy-Brandt-Haus in Berlin-Kreuzberg.

Sibylle-Cover aus dem Jahr 1986.

Sibylle, die wohl bekannteste Mode- und Kulturzeitschrift der DDR, feiert ihr Comeback in einer neuen Ausstellung im Willy-Brandt-Haus, Stresemannstraße 28. Im Mittelpunkt stehen 13 Fotografen (Sibylle Bergemann, Arno Fischer, Ute Mahler, Werner Mahler, Sven Marquardt, Elisabeth Meinke, Roger Melis, Hans Praefke, Günter Rössler, Rudolf Schäfer, Wolfgang Wandelt, Michael Weidt, Ulrich Wüst), die den Stil des Magazins entscheidend prägten. Beginnend mit Arno Fischers street photography, indem er in den 1960er-Jahren die Modefotografie auf die Straße holte oder Sibylle Bergemanns Porträts der melancholisch und zugleich souverän wirkenden jungen Schauspielerin Katharina Thalbach, bis hin zu Sven Marquardts inszenierten Fotografien der alternativen Kunstszene Berlins.

Ute Mahler, langjährige Sibylle-Fotografin, erklärt: „40 Seiten Mode, 40 Seiten Kultur – es ging um Stil, Geschmack und die Ermutigung zur Individualität. In der Sibylle haben in all den Jahren die besten Fotografen des Landes gearbeitet. Sie wurden mit ihren Porträts, Reportagen, essayistischen Serien oder mit Landschaftsfotografie bekannt, deshalb ist auch die Modefotografie in dem Heft so besonders, weil wir alle in unserem Stil fotografiert haben.“ Von 1956 bis 1995 erschien die Zeitschrift sechsmal jährlich im Verlag für die Frau in Leipzig.

Mit einer Auflage von 200.000 Exemplaren trug sie maßgeblich zum damaligen Frauenbild und zur Reflexion der gesellschaftlichen Verhältnisse bei. Mehr als 200 Werke in der Ausstellung zeigen die Entwicklung der Zeitschrift und der Modefotografie in der DDR. Die Ausstellung läuft bis zum 25. August, dienstags bis sonntags, 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, Besucher müssen einen gültigen Ausweis vorzeigen können.

Datum: 16. Juni 2019, Text: red, Bild: Joane-Bettina Schäfer (Repro-Foto: Werner Mahler)