Komödie gegen die Planbarkeit im Schöneberger Südgelände

Selten gespieltes Shakespeare-Stück im Open Air-Theater am S-Bahnhof Priesterweg

In lauen Sommernächten unterm Sternenzelt beschert uns die Shakespeare Company Berlin eine tolle Auswahl an Stücken des Meisters. So unter anderem vom 23. bis 27. Juli wieder die eher selten gespielte Komödie „Verlorene Liebesmüh“.

Zum Inhalt: Zwischen Ferdinand, dem König von Navarra mit seinen zwei Hofherren Byron und Dumain einerseits und Isabelle, der Prinzessin aus Frankreich mit ihren zwei Hofdamen Rosaline und Katharine andererseits entbrennt die Liebe gleich dreifach und auf die gleiche rasche Weise. Und dies, obwohl die Herren schworen, drei Jahre lang enthaltsam zu leben, um sich ihrer platonischen „Akademie im Kleinen“, ihrem Ruhm und der Unsterblichkeit zu widmen: Fasten und Studieren, statt Frauen und Völlerei!

Der Plan scheitert an der Liebe. Zuerst verheimlichen die verliebten Männer den Eidbruch voreinander, doch als alles herauskommt, beschließen sie, die Damen zu freien. Auf einem Fest tauchen sie als Russen maskiert auf. Die ebenfalls maskierten Frauen haben die Geschenke der Männer vertauscht, so dass die Herren sich blamieren, weil sie der jeweils Falschen ihre Liebe gestehen. Natürlich ließe sich der Komödienschluss leicht erahnen, doch es kommt alles anders…

Für die neue Inszenierung dieser „Komödie gegen die Planbarkeit“ arbeitet die Shakespeare Company Berlin wie gewohnt mit Livemusik, rasanten Rollenwechseln und ungezähmter Spielfreude. Die moderne Übersetzung von Christian Leonard lässt Shakespeares jahrhundertealten Wortwitz ganz heutig erscheinen und zeigt auf, wie fehlbar und verletzlich wir alle sind, wenn wir uns verlieben. Mehr Informationen online.

Datum: 22. Juli 2019 Text: M. Wolf Bild: Jerun Vahle