Grünauer Gesellschaftshaus – schneller Teilabriss wirft Fragen auf

Gesellschaftshaus bleibt nur noch in Teilen erhalten.

Nach dem Brand im Gesellschaftshaus in Grünau vor wenigen Wochen, ist jetzt mit dem Teilabriss der Ruine an der Regattastraße 4 begonnen worden. Den Rückbau hatte die Untere Denkmalschutzbehörde bereits wenige Tage nach dem Großbrand genehmigt und angekündigt.

Weil Einsturzgefahr drohte, musste der anliegende Bereich der Regattastraße aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Aufgrund dieses Gefahrenpotenzials und der Verkehrsbeeinträchtigung mussten die Abrissmaßnahmen sehr schnell umgesetzt werden, begründete Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD) die Entscheidung des Bezirksamtes für diese Maßnahme auf eine mündliche Anfrage des Abgeordneten Ralf Henze (FDP) in der August-Sitzung des Bezirksparlamentes.

Pläne stehen fest

Seit rund zwei Jahren steht fest, dass das seit 1999 leerstehende Haus bis zum Jahr 2021 gemeinsam mit dem benachbarten ehemaligen Ausflugslokal Riviera zu einer Seniorenresidenz mit 208 Wohnungen unter Berücksichtigung denkmalschützerischen Auflagen umgebaut werden soll.

Die Baugenehmigung für das Ensemble aus dem Jahr 1875 liegt der derzeitigen Eigentümerin, der Terragon AG, bereits seit Januar des Jahres vor und die Tatsache, dass nun weniger historische Bausubstanz für weniger Kosten sorgen dürfte, ist nicht von der Hand zu weisen.

Nach dem Umbau mit einem Investitionsvolumen von rund 80 Millionen Euro soll das Gesamtprojekt an die Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft übertragen werden. „Eine ganze Reihe von Ungereimheiten gibt es beim Teilabriss vom Gesellschaftshaus in Grünau“, findet der FDP-Abgeordnete und Vorsitzende des Bezirksdenkmalrats, Stefan Förster angesichts der zügigen Geschwindigkeit, mit der nun Fakten geschaffen werden.

Förster hat jetzt beim Senat angefragt, warum keine Sicherungsmaßnahmen als Alternativen zum Abriss gewählt wurden.

7. August 2019, Text: Stefan Bartylla, Bild: imago images/Jürgen Ritter