Berlin-Neukölln: Schwarzsehen ist Teil des Programms

Die Ausstellung „Think positive“ wird brandneu in der Galerie im Saalbau gezeigt.

„Think positive!“ heißt die neue Ausstellung in der Galerie im Saalbau, Karl-Marx-Straße 141. Ab sofort und noch bis zum 22. September ist diese täglich von 10 bis 20 Uhr zu sehen.

Ein Raumerlebnis

Der Ausstellungstitel, ins Leben gerufen durch die ausstellenden Künstler Saeed Foroghi und Thilo Droste, ist nicht nur eine Aufforderung an den Geist, sondern auch an das Sehen. Und an das Gesehenwerden. Schwarzsehen bedeutet hier kein spirituelles Defizit, sondern ist Teil des künstlerischen Programms. Ein eigens für den Ort konzipierter, überdimensionaler Konferenztisch zieht sich wie eine Zeichnung raumübergreifend durch die Galerie. Einerseits lädt er zu Verhandlungen an den runden Tisch und funktioniert andererseits als Raumbarriere, die das Publikum ausgrenzt. Hier werden (scheinbar) repräsentative Symbole und Trophäen inszeniert und die (Welt-) Karten neu gemischt. So wird das Thema der Befragung etablierter Machtstrukturen, das beide Künstler in höchst unterschiedlichen Kontexten bearbeiten, zu einem Raumerlebnis, in dem das Eingeschlossensein in und das Ausgeschlossensein aus Zirkeln der Souveränität für das Publikum physisch erfahrbar werden.

Gespräch mit Künstlern

Am 30. August, um 19 Uhr, findet für alle Interessierten ein Künstlergespräch in der Galerie statt. Thilo Droste und Saeed Foroghi diskutieren über die Ambivalenzen des Originalen und deren Bedeutung im aktuellen Kunstbetrieb. Die Schau wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa über den Ausstellungsfonds Kommunale Galerien Fonds für Ausstellungsvergütungen Bildender Künstlerinnen und Künstler gefördert.

Datum: 11. August 2019, Text: red, Bild: Saeed Foroghi, Ästhetik der Signifikanten, 2019/Foto: Saeed Foroghi