Spandauer Grundschüler müssen im Zelt essen

Bezirk greift zu ungewöhnlichen Lösungen, um Ansturm auf Gratis-Mittagessen zu stemmen.

Das im April vom Abgeordnetenhaus verabschiedete Gesetz zum beitragsfreien Schulmittagessen, das zum Beginn des neuen Schuljahres in Kraft getreten ist, stellt die Bezirke vor große Herausforderungen. An vielen Grundschulen und Gymnasien mit einer Primarstufe fehlten die notwendigen Voraussetzungen, um künftig allen Kindern der Klassenstufe eins bis sechs ein kostenfreies Mittagessen anzubieten.

Neben der Anschaffung von zusätzlichem Mobiliar und Küchenbedarf waren an mehreren Schulen auch bauliche Veränderungen nötig. An der Astrid-Lindgren-Grundschule musste eine besonders unkonventionelle Lösung her: Weil die vorhandene Mensa nicht ausreichend Platz für die Essensversorgung aller Grundschülerinnen und Grundschüler bietet und es an räumlichen Alternativen fehlt, hat das Schulamt ein geräumiges Zelt auf dem Schulgelände errichten lassen. Bis zu 80 Kinder gleichzeitig können hier mit einem Mittagessen versorgt werden, weitere 70 Kinder in der bestehenden Mensa.

Container geplant

Der „fliegende Bau“, der an kalten Tagen beheizt werden kann, ist aber nur eine Übergangslösung. Mittelfristig soll an der Schule ein Containerbau errichtet werden, um die Essensversorgung zu sichern und außerdem während der vorgesehenen Sanierung des Bestandsgebäudes fehlende Räume auszugleichen, heißt es aus dem Bezirksamt.
Oktoberfest geplant.

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD): „Das Beispiel der Astrid-Lindgren-Grundschule zeigt, dass Spandau die Umsetzung des gesetzlichen Anspruches nicht nur schnell, sondern auch kreativ in Angriff genommen hat.“ Das Kollegium der Schule spielt sogar schon mit dem Gedanken, das Zelt für ein kleines Oktoberfest zu nutzen.

Datum: 9. August 2019. Text: Redaktion. Bild: Beziksamt Spandau.