Treptow-Köpenick – Orte mit besonderer Bedeutung

Tag des offenen Denkmals mit vielfältigem Programm.

Wer in der Tuschkastensiedlung in Bohnsdorf wohnt, der lebt in einem UNESCO-Welterbe. Die aufgrund ihrer Farbkonzeption so bezeichnete Anlage entwarf Architekt Bruno Taut, der hier 1913-15 im Sinne einer Lebens- und Kulturreform die englische Gartenstadtidee aufgriff. Heute ist die expressive Farbigkeit der Siedlung ein Beleg für Tauts Fähigkeit, Farbe als architektonisches Gestaltungsmerkmal einzusetzen – und zugleich eine kleine Sensation für Denkmalenthusiasten, für die der Tag des offenen Denkmals ein echter Jahreshöhepunkt darstellt. Ziel der Veranstalter an diesem Tag ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensiblisieren und ihr Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken.

Weniger bekannte Orte

Jedes Jahr im September öffnen dazu historische Bauten und Stätten ihre Türen, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Dreieinhalb Millionen Besucher konnten im vergangenen Jahr deutschlandweit gezählt werden. Die Besucher können an Führungen teilnehmen, in denen Denkmalpfleger an konkreten Beispielen von ihren Aufgaben berichten. Auch Archäologen, Restauratoren und Handwerker demonstrieren ihren Arbeitsalltag. In diesem Jahr steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Moderne. Modern. Berlin“. In Treptow-Köpenick gibt es gleich 20 Orte, die sich in zum Teil exklusiven Führungen präsentieren werden.

Bezirkliche Programmpunkte

Die Friedenskirche Grünau mit ihrer Fassade aus Nesselberg-Sandstein und den roten Ziegeln steht dabei ebenso auf dem Programm wie die 100 Jahre alte Wohnsiedlung Elsengrund, die als Gartenstadt von Otto Rudolf Salvisberg erbaut wurde, sowie die Dorfkirche Rahnsdorf im Alten Fischerdorf und natürlich auch die Archenhold-Sternwarte im Treptower Park. Ein ganz besonderer Höhepunkt wartet in diesem Jahr auf die Besucher des Industriesalons in Schöneweide. „Spurensuche – Führung durch die historische AEG-Kantine“ lautet die Veranstaltung zu der die Bauhistorikerin Anja Wiese am 7. September ab 15 Uhr durch sonst verschlossene und von der Öffentlichkeit noch unentdeckte Räume des ehemaligen Kabelwerks der AEG aus dem Jahr Baujahr 1899 führen wird.

Vom Architekten Johannes Kraaz zur Jahundertwende eher im Stil einer „Landhaus-Villa“ entworfen, wurde das gesamte Gebäude bereits 1925 im Stil der Moderne saniert. Zu DDR-Zeiten war hier die Kaderabteilung vom Kabelwerk Oberspree (KWO) untergebracht.

„Bei ihrer Führung wird Anja Wiese Spuren und Erkenntnisse zu den einzelnen Bauphasen darstellen und Originalfunde präsentieren und damit durchaus Fragen von ganz aktueller Relvanz aufwerfen“, verspricht Susanne Reumschüssel, die Projektleterin der Industriesalon Schöneweide e.V. Alle Veranstaltungen im Programm des Tagses des offenen Denkmals sind auch online zu finden.

www.tag-des-offenen-denkmals.de/

Text: Redaktion, Stefan Bartylla, Bild: imago images / imagebroker