Berlin-Prenzlauer Berg: Reflektion und Poesie in der Halle Tanzbühne Berlin

Susanne Link tanzt drei Soloabende

Tanzlegende Susanne Linke kommt mit Solo in die Halle Tanzbühne Berlin

Zur Eröffnung der zweiten Spielzeithälfte der Halle Tanzbühne Berlin, Eberswalder Straße 10, startet die Compagnie Toula Limnaios vom 5. bis 7. September, jeweils 20.30 Uhr, mit einem der seltenen Auftritte der deutschen Tanz-Ikone Susanne Linke geben. Zuletzt war sie 2011 und 2014 in Berlin zu sehen Noch dazu förderte Susanne Linke Toula Limnaios zu Beginn ihrer Karriere.

Inzwischen existiert deren zusammen mit dem Komponisten Ralf R. Ollertz gegründete Truppe seit mehr als 23, ihre Spielstätte „Halle Tanzbühne Berlin“ seit mehr als 15 Jahren. Aufgrund dieser Verbindung hat sich Toula Limnaios entschlossen, ein Programm mit drei Soli zu präsentieren.

Feine Reflektionen

Susanne Linke, die Ausdruckstanz und zeitgenössisches Tanztheater vereint, gehört zu den bedeutenden Pionieren ihrer Kunst. Jede ihrer Bewegungen ist geschliffen, bis jede feinste Verästelung im Körper aufgespürt ist, bis man genau erkennen kann, welchen Weg eine Emotion durch den Körper nimmt. In „Écoute…..Chopin !“ reflektiert sie, welche Reaktionen die Klänge von Chopins Klavier-Präludien in ihr erzeugen. Neben Susanne Linke führt ihr langjähriger künstlerischer Partner Urs Dietrich ein Werk im Rahmen eines Doppelabends auf.

Dietrich leitete gemeinsam mit Linke das Tanztheater Bremen. Er gilt als Ausnahmeerscheinung, indem er sich auf schlichte Gesten konzentriert, um den Menschen zu durchdringen. Die Bildsprache seiner kritischen Reflexionen unserer Zeit entwickeln mit zunehmender Intensität eine Poesie des Raumes. Mit „Thalmus“ spielt er auf den Teil des Gehirns an, der „Schwelle des Bewusstseins“ genannt wird.

Poetische Kraft

Eine Woche später zeigt die Compagnie Toula Limnaios vom 12. bis 15. September, jeweils 20.30 Uhr, mit „isson“ ein Solo für zwei Männer. Ein Abend von einer poetischen Kraft und persönlichen Eindringlichkeit, die direkt ins Herz zielt. Das Motiv des Doppelgängers irritiert und fasziniert zugleich: Sein Auftauchen verwischt die Grenzen zwischen dem Ich und den Anderen. Der Doppelgänger hinterfragt Vorstellungen von Ähnlichkeit und Differenz, problematisiert das Subjekt und seine Identität.

Das Stück wurde ursprünglich als Solo für zwei Frauen von Lena Meierkord und Toula Limnaios in zwei parallelen Welten synchron getanzt. Die aktuelle Fassung ist eine neue Version für zwei Männer, interpretiert von Leonardo D’Aquino und Alessio Scandale.

Datum 31. August 2019 Text: Manfred Wolf Bild: Edoardo Opplige Collage: Heidemarie Franz