Berlin-Spandau: Welterbe zum Anfassen am Denkmaltag

Großsiedlung Siemensstadt: Nicht nur der Quellweg ist sehenswert.

Mehr als 300 Schauplätze und 1.000 Programmpunkte warten in der ganzen Stadt.

Dass Spandau ein geschichtsträchtiger Bezirk ist, wird einem besonders am Tag des offenen Denkmals bewusst. An 17 Schauplätzen zwischen Kladow, Staaken und Siemensstadt sind am 7. und 8. September Führungen und weitere besondere Angebote angesagt, die ungewohnte Einblicke versprechen.

Apropos Siemensstadt: In dem einst als Heimstatt für Industriearbeiter konzipierte Quartier warten besonders viele Abstecher in die Vergangenheit. Zum Beispiel in der gleichnamigen Großsiedlung (siehe Foto). Mit 1.300 Wohnungen ist das zwischen 1929 und 1934 errichtete Quartier, deren östlicher Teil zum Bezirk Spandau gehört, eine der größten Wohnsiedlungen der Moderne. Seit elf Jahren zählt sie zum Unesco-Weltkulturerbe. Vielerlei Fakten und Anekdoten hierzu sind am 7. September, um 11 Uhr, bei einer Führung zu erfahren. Der Treffpunkt ist vor dem Edeka-Markt am Jungfernheideweg 2. Eine Anmeldung wird bis zum 5. September (i.dienhardt@kabelmail.de) erbeten.

Blick über den Kiez

Zur gleichen Zeit wie die Großsiedlung entstand übrigens die Evangelische Christophoruskirche, Schuckertdamm 336-340. In ihren Formen im Stil der Neuen Sachlichkeit fügt sie sich in die Gestaltungsweise der Wohn- und Industriebauten der Siemensstadt ein. Am 8. September können Interessierte um 12, 13, 14 und 16 Uhr den Turm besteigen und einen Blick über das Viertel werfen. Eine Übersicht zu weiteren Spandauer Veranstaltungsorten und den insgesamt über 300 Zielen und 1.000 Programmpunkten in Berlin gibt es hier.

Revolutionäre Ideen

Rund 8.000 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten sind Teil der nach eigenen Angaben größten Kulturveranstaltung Deutschlands, die sich dem Motto „Geschichte zum Anfassen“ verschrieben hat. In Führungen berichten Denkmalpfleger an konkreten Beispielen über ihre Aufgaben und Tätigkeiten. Archäologen, Restauratoren und Handwerker demonstrieren Arbeitsweisen und -techniken und lenken den Blick auf Details, die einem ungeschulten Auge verborgen bleiben.

Anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums steht der diesjährige Tag des offenen Denkmals unter dem Motto: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Vielerorts stehen revolutionäre Ideen oder der technische Fortschritt, die ein Denkmal ausmachen, im Fokus. Denn was heute als alt erscheint, war nicht immer alt: „Viele Denkmale, die uns heute selbstverständlich erscheinen, waren zu ihrer Entstehungszeit modern und revolutionär. Ihre Spuren möchten wir gemeinsam am Tag des offenen Denkmals entdecken“, teilt die Stiftung mit.

Datum: 2. September 2019. Text: Redaktion. Bild: imago images/Schöning