Mitte: Tempo 30 für Invalidenstraße gefordert

Nach dem tödlichen SUV-Unfall wollen Eltern sicherere Schulwege für ihre Kinder.

Ein Weckruf sei der tragische Unfall mit vier Toten vor zwei Wochen an der Invalidenstraße gewesen, sagt Julian Kopmann. Er ist der Initiator einer Online-Petition, die ein einheitliches Tempo-30-Gebot für die gesamte Invalidenstraße und die Umgebung fordert. Bis Redaktionsschluss haben sich rund 11.000 Personen seinem Anliegen angeschlossen. Kopmann ist Vater von drei Kindern, die wie viele andere Schüler täglich den Weg entlang der viel befahrenen Invalidenstraße nehmen müssen, um zur Schule zu gelangen. „Der Verkehr auf der Invalidenstraße zwischen Chaussee- und Brunnenstraße hat sich zu einer Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer entwickelt: Drei Tramlinien, zwei U-Bahnstationen und ein S-Bahnhof treffen auf einen zunehmenden Durchgangsverkehr aus dem Berliner Nordosten Richtung Hauptbahnhof und Tiergartentunnel“, heißt es unter anderem in der Petition.

Tempo 30 ausweiten

Sie ziele darauf ab, die Situation für die schwächsten und kleinen Verkehrsteilnehmer zu verbessern und somit zukünftigen Katastrophen vorzubeugen. Die bereits bestehende Tempo-30-Zone solle deshalb auf die Invalidenstraße ausgeweitet werden und das gesamte Gebiet zwischen Bernauer Straße und Torstraße abdecken. Zudem seien Zebrastreifen an hoch frequentierten Wegen erforderlich sowie mehr und breitere Radwege. Zudem fordert Kopmann die Einrichtung einer vollwertigen Ampelanlage an der Kreuzung Ackerstraße/Invalidenstraße.

Kritik an “Klimakillern”

An einem generellen Verbot von Autos oder SUVs in den Innenstadtbezirken sei dem Initiator aber nicht gelegen. Letzteres wurde nach dem Unfall unter anderem von Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) ins Spiel gebracht, der die großen SUVs auch als „Klimakiller“ bezeichnete. Die Petition richtet sich an von Dassel und Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne).

Datum: 21. September 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images / Rolf Zöllner