Berlin: Mauerpark bald schön wie nie

Der Bebauungsplan für Erweiterungsfläche des Mauerparks liegt aus

Der Mauerpark der Zukunft wird mehr und mehr Gegenwart. Einen wichtigen Schritt ist jetzt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Bauen gegangen: Sie hat den Entwurf des „Bebauungsplans 3-64“ ausgelegt. Dieser betrifft „das Grundstück Bernauer Straße 63, 64 sowie das nördlich angrenzende Flurstück 5 bis zur Gleimstraße“, das erst seit relativ kurzer Zeit nicht mehr zu Gesundbrunnen beziehungsweise Mitte, sondern zu Pankow gehört.

Bestehender Park

Bis 25. Oktober liegt das Dokument mit allen notwendigen Begründungen, dem Umweltbericht und Stellungnahmen öffentlich aus (siehe Infokasten). Wesentliches Ziel des Bebauungsplanes ist, so die Senatsverwaltung, „die planungsrechtliche Sicherung einer öffentlichen Parkanlage zur Erweiterung des bestehenden Mauerparks, einschließlich eines öffentlichen Kinderspielplatzes und eines Parkkulturzentrums. Die bestehende Flohmarktnutzung und die vorhandene gastronomische Nutzung sollen bestandsorientiert planungsrechtlich gesichert werden.“

Luftaufnahme mit betroffenem Bereich

Ausschnitt aus den Planungsunterlagen

Gänzlich ausgeschlossen ist eine Bebauung des neuen Teilbereichs des Mauerparks allerdings nicht. Geplant ist bislang aber nur, die bestehende „Kartoffelhalle“ um- und auszubauen. Auf einer Fläche von 415 Quadratmetern soll ein sogenanntes „Parkkulturzentrum“ entstehen, weitere 208 Quadratmeter Fläche können für Nebenanlagen in Anspruch genommen. Wie genau dieses Zentrum bespielt werden soll, steht noch nicht fest. Dessen Nutzung soll aber gemeinsam mit den Parkinitiativen und interessierten Anwohnern erarbeitet werden.

Historischer Ort

Während in Sachen Mauerparkerweiterung noch viel besprochen werden muss, nimmt der neue Eingang zum Park an der Bernauer Straße langsam Gestalt an. Er soll bereits im kommenden Frühjahr seiner Bestimmung übergeben werden. Dann allerdings wird die große Treppe, die um acht Meter in den Park hinein verschoben wird, ergänzt durch einen davor liegenden historischen Gedenkort.

Zu dem gehören die Reste einer Panzersperre, die zu DDR-Zeiten die Durchfahrt zwischen Ost und West verhinderte, sowie den Einstieg in einen ehemaligen Fluchttunnel, den die Berliner Wasserbetriebe bei ihren Arbeiten auf dem Mauerparkgelände entdeckt hatten (das Berliner Abendblatt berichtete). Diesen Tunnel will die Gedenkstätte Berliner Mauer mit einer 80 Zentimeter hohen Einfassung aus Stahl hervorheben. „Nirgends sonst entlang des Mauerstreifens sei ein Fluchttunnel so gut sichtbar zu machen, freut sich Kultursenator Klaus Lederer (Linke).

Datum: 03. Oktober 2019 Text: Manfred Wolf Bild: imago images/Schoening