Messe Berlin: Erneute Verzögerungen beim ICC

Die Vergabe eines neuen Nutzungskonzepts für das Gebäude rückt in weite Ferne.

Die Vergabe des seit 2014 leer stehenden Internationalen Congress Centrums (ICC) an einen privaten Investor wird nicht vor 2021 stattfinden. Das zeigt ein aktueller Zeitplan der Senatsverwaltung für Wirtschaft. Beim Zeitrahmen 2021 handele es sich demnach bereits um die optimistischste Variante. Wahrscheinlicher ist eine Vergabe im Herbst 2022 oder erst im Jahr 2024. Damit rückt auch die Sanierung des seit Anfang September unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes. Lediglich „erste Maßnahmen zur Schadstoffbeseitigung“ sind laut Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) vorher geplant. Was diese genau beinhalten, verriet der Senat nicht.

Konzepte eingereicht

An Konzepten für eine Reaktivierung des ICC mangelt es derweil nicht. Acht wurden im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM). Baustadtrat Oliver Schruoffeneger sprach sich in der vergangenen Sitzung des Bezirksparlaments für die Idee des „Mobility Innovation Convention Centers“, die von Graft, Partner Graft Brandlab und Trockland Management eingereicht wurde, aus. „Wir begrüßen Konzepte, die das ICC nicht nur als Kongress-Standort mit internationaler Bedeutung denken, sondern auch konkrete Nutzungsmöglichkeiten für die Bevölkerung vor Ort schaffen“, so Schruoffeneger.

Ausstellungen sind angedacht

Das Mobilitätskonzept sieht neben Alltagsnutzungen für Hubs auch Ausstellungsflächen sowie eine Plattform für Wirtschaft und Wissenschaft vor. Ohnehin seien im Rahmen der Sanierung auch zusätzliche Nutzungen oder „bauliche Ergänzungen“ am Messegebäude denkbar. Ein Ort für Einzelhandel soll das Messeareal hingegen nicht werden. Die bestehende Zentrenstruktur müsse erhalten werden, so der Stadtrat.

Datum: 6. Oktober 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images/Schöning