Tempelhof-Schöneberg: Das große Baumsterben

Umwelt: 1.000 Stadtbäume leiden unter Stress und müssen gefällt werden.

In die Kritik geriet die grüne Stadträtin Christiane Heiß Mitte September wegen des Fällens von Bäumen im Kleistpark innerhalb der Vegetationsperiode. Die eigentlich gesetzlich verbotene Aktion (die Vegetationsperiode beschreibt die Zeit, in der eine Pflanze aktiv wächst und sich entfaltet und geht vom 1. März bis 30. September) begründete sie mit der Notwendigkeit, weil die acht Buchen und drei Hainbuchen unter massivem Pilzbefall litten, deshalb nicht mehr standsicher waren und demnach gefällt werden mussten, um die Verkehrssicherheit zu wahren. Nun meldete sich Christiane Heiß erneut zum allgemeinen Zustand der Straßenbäume im Bezirk. Es sieht nicht gut aus.

„Wer aufmerksam durch die Parkanlagen und Straßen in Tempelhof-Schöneberg geht, entdeckt derzeit eine erschreckend hohe Anzahl an abgestorbenen Bäumen. Besonders stark betroffen sind Birken, Rotbuchen, Bergahorn, Linde und Eiche, aber auch Nadelgehölze wie Kiefern und Fichten. Viele Bäume haben den zweiten trockenen Sommer in Folge nicht überlebt“, sagt die Stadträtin. Der Fachbereich Grünflächen gehe derzeit nach vorsichtigen Schätzungen von rund 1.000 abgestorbenen Bäumen im Bezirk aus, die im Herbst und Winter gefällt werden müssen.

Dabei setzt nicht nur der Wassermangel den Stadtbäumen zu, aber er verstärkt gravierend den vorhandenen Stress durch schlechte Bodenverhältnisse, Lichtmangel, Stammverletzungen durch Parken, abgerissene Wurzeln durch Bauarbeiten, Hundeurin und Streusalz. Solcherart geschwächte Bäume sind leichte Opfer von Parasiten- oder Pilzbefall. Dadurch wird die Standsicherheit der Bäume gefährdet und das Astbruchrisiko steigt. Das Bezirksamt muss dann starke Rückschnitte der Baumkrone oder Fällungen durchführen.

Datum: 8. Oktober 2019, Text: Sara Klinke, Bild: Getty Images Plus/iStock/BATAPHOTO