Berlin fordert neue Regeln für Ferienstart

Endlich Sommerferien!

Stadtstaaten wollen Sommerferien nicht vor dem 1. Juli beginnen lassen.

Berlin und Hamburg wollen neue Regeln für die Sommerferien einführen. Sie sollen erst ab 1. Juli beginnen, die unterschiedlichen Termine der Länder enger zusammenrücken und so die jährlichen Verschiebungen möglichst gering ausfallen. Vergangene Woche hat sich die Kultusministerkonferenz (KMK) mit dem Thema beschäftigt, ohne sich auf eine Novelle zu einigen. Die zuständigen Landesminister lassen nun bis zur KMK-Sitzung im Dezember 2020 Vorschläge zu einer Neuordnung erarbeiten.

Mehr Kontinuität

„Unser Ziel ist, mehr Kontinuität in den Schuljahresablauf zu bringen“, erklärte Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). „Vor allem Sprünge von einem späten auf einen frühen Ferientermin führen zu einer Verkürzung von Schuljahren. Das hat negative Auswirkungen auf die Lernzeit der Schüler, die Belastung der Lehrkräfte, schulorganisatorische Prozesse sowie auf den Zeitraum bei den Abschlussprüfungen.“ Daher sollten die Sommerferien zwischen dem 1. Juli und dem 10. September liegen.

„Es geht nicht darum, die gestaffelte Ferienregelung aufzugeben“, so ein Senatssprecher. Niemand wolle Einheitsferien. Tatsächlich wolle man, dass „mehrere Varianten einer regionalen Staffelung geprüft werden – mit oder ohne Rotation“.

Ausnahmen im Süden

Bisher rolliert der Ferienstart in allen Bundesländern, außer in Baden-Württemberg und Bayern. Der historische Grund ist, dass die Kinder in den einst agrarisch geprägten Bundesländern bei der Ernte helfen sollten, anstatt in der Schule zu sitzen. Diese Argumentation ist allerdings überholt. Kritiker monieren, dass auch andere Bundesländer in den Genuss von Ferientagen mit der größtmöglichen Garantie auf bestes Sommerwetter haben sollen. Bisher sind die 16 Bundesländer auf fünf Gruppen verteilt, von denen drei einen relativ frühen und zwei einen eher späteren Ferienbeginn haben.

Dieses System stellt für die Abläufe in den Schulen allerdings eine Herausforderung dar. Beim Wechsel von einem späten auf einen frühen Ferientermin verkürzt sich das Schuljahr, um bis zu einem Monat. Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD): „Der Vorteil einer Neuordnung wäre, dass die Schuljahre weitgehend gleich lang bleiben und gerade die Abschlussprüfungen in einer verlässlichen und sicheren Zeitspanne stattfinden können. Zudem können sich Kinder und Eltern ab dem 1. Juli verlässlicher auf besseres Sommerwetter freuen.“

Wirtschaft warnt

Unterstützung kommt von Gewerkschaftsseite. Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), hält den Vorstoß für falsch. Immerhin würde der Ferienkorridor von 85 Tagen auf 72 Tage sinken. „Zu kurze Korridore für die Sommerferien führen zu Staus, ausgebuchten Reisezielen und letztlich auch zu steigenden Preisen, da das Tourismusangebot künstlich verknappt wird“, sagt sie.

Datum: 25. Oktober 2019. Text: Redaktion.Bild:Getty Images Plus/iStock/oksix