100 Jahre Volkshochschule Neukölln

Gesellschaftliche Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte in einer Ausstellung.

Unter die vielen Jubiläen dieser Stadt gesellen sich in diesem Jahr auch die Volkshochschulen. Vor 100 Jahren nämlich entstand mit der Weimarer Republik das erste demokratische Staatswesen auf deutschem Boden. Als Grundlage dieser Republik wurde 1919 die Weimarer Reichsverfassung beschlossen. In deren Artikel 148 heißt es: „Das Volksbildungswesen, einschließlich der Volkshochschulen, soll von Reich, Ländern und Gemeinden gefördert werden.“

Schule der Demokratie

Zur Geschichte der Volkshochschule Neukölln hat das Mobile Museum eine umfassende Ausstellung auf die Beine gestellt. Unter dem Titel „Eine Schule der Demokratie“ startet die Ausstellung am 30. Oktober im ersten Obergeschoss des Rathauses Neukölln, Karl-Marx-Straße 83. Die Eröffnung beginnt um 16 Uhr mit einer Performance der Berliner Compagnie. Die Ausstellung ist dann bis zum 16. November ebendort zu sehen. Danach wandert sie weiter und wird vom 18. November bis zum 23. Januar in der Helene-Nathan-Bibliothek, Karl-Marx-Straße 66, gezeigt.

Zeit der Umbrüche

Die Gründung der Volkshochschule Neukölln am 9. Oktober 1919 fiel in eine Zeit der Umbrüche. Die neue demokratische Staatsform bescherte ihnen neue Mitspracherechte. Die Volkshochschule unterstützte die Bevölkerung darin, diese wahrzunehmen: Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, Fähigkeit zu kritischem Denken und eigenständige Urteilsbildung sollten es den Neuköllnern ermöglichen, sich am politischen Leben zu beteiligen. 100 Jahre später haben diese Fähigkeiten nichts von ihrer Bedeutung verloren, etwa wenn es darum geht, Fake News zu erkennen, Meinung von Wissen zu unterscheiden oder populistische Parolen zu hinterfragen. Wie die Volkshochschule den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte begegnete, erzählt die Ausstellung.

Datum: 28. Oktober 2019, Text: red, Bild: Bild: Getty Images Plus/iStock/urfinguss