Berlin-Kreuzberg: Ausstellung “Ost/West Berlin” zum Mauerfalljubiläum

Fotografin Nelly-Rau-Häring bringt bedeutendes Zeitgeschehen in die Galerie.

„Da war etwas, wo man nicht hinging und das wollte ich sehen.“ Wie kaum eine andere oder ein anderer hat die Fotografin Nelly Rau-Häring das Leben in Berlin Ost und West von Mitte der 1960er- bis in die 2000er-Jahre dokumentiert. Dabei folgte sie ihren zwei großen Leidenschaften: ihrer Begeisterung für Fotografie und ihrer Neugierde auf die Menschen Berlins. Zusammen mit ihrem virtuosen Blick für das ausdrucksstarke Detail macht das aus ihr eine Chronistin der besonderen Art.

Zeitgeschehen, etwa die politischen Proteste der späten 60er-Jahre in West-Berlin, die Feierlichkeiten zum 1. und 8. Mai in Ost-Berlin, Pferderennen in Hoppegarten und Mariendorf macht die Ausstellung „Ost/West Berlin“ erlebbar, die ab dem 8. November in der Galerie „f3 – Freiraum für Fotografie“, Waldemarstraße 17, gezeigt wird. Die Ausstellung ist weit mehr als das Abbild einer Stadt und ihrer Menschen im Wandel. Abseits des Faktischen konzentrieren sich die Fotografien auf Stimmungen und Gefühle, auf die Lebenslust und die Widersprüche der Nachkriegs- und Vorwendejahre, die Nelly Rau- Häring im geteilten und später wiedervereinigten Berlin wahrgenommen hat.

Nicht um eine historische Betrachtung geht es, sondern um das Persönliche, das sich im Gesellschaftlichen zeigt. Die Ausstellung läuft bis zum 19. Januar 2020. Verschiedene Veranstaltungen dazu werden angeboten und sind im Internet einsehbar.

Zur Ausstellung ist ein Buch im Hatje-Cantz-Verlag erschienen. Es ist im „F3 – Freiraum für Fotografie erhältlich. Kosten: 38 Euro. Der Eintritt zu „Ost/West Berlin“ liegt bei fünf, ermäßigt drei Euro. Die Ausstellung ist mittwochs bis sonntags zwischen 13 und 19 Uhr geöffnet.

Datum: 1. November 2019: Text: red, Bild: 1. Mai Berlin-Ost, 1988. Nelly Rau-Häring