Berlin-Hohenschönhausen: Dunkle Ecken in glitzernden Großstädten

Villa Heike zeigt Fotos von Michael Vahrenwal.

In der Lichtenberger Villa Heike eröffnet am 2. November um 16 Uhr die Fotoausstellung „Forrest Floor“. Am neuen Ausstellungsort in der Freienwalder Straße 17 erwarten die Besucher Fotos wildwachsender Pflanzen auf Gehwegen, dazu ausrangierte Gerätschaften.

Vahrenwalds Fotos sind inspiriert von den Waldbodenstillleben des niederländischen Malers Otto Marseus van Schrieck (1619-1678). Bei van Schrieck kämpfen zwischen den Gewächsen das Böse und das Gute in Gestalt von Schlangen, Mardern, Schmetterlingen und anderem Getier gegeneinander. Diese Elemente fehlen in den Bildern von Vahrenwald. Doch seine wie eingefroren wirkenden Mikrokosmen, aufgenommen in New York, Dubai, Tokyo und Berlin sind auch Schauplätze von Auseinandersetzungen, und zwar den Verdrängungskämpfen eines international agierenden und vernetzten Immobilienmarktes.

Es sind die dunklen Ecken der glitzernden Großstädte, wie sie eigentlich jeder kennt, erhellt von einem poetischen und doch unversöhnlichen Licht. Weggeworfene Gegenstände, kaputte Bauzäune, Müll – alles gefundene Arrangements auf den Straßen der Metropolen unserer Welt, getaucht in ein theatral gesetztes Licht. Die Fotos von Michael Vahrenwalds nächtlicher Szenerien wirken verlassen wie leere Bühnen.

Michael Vahrenwald (Jahrgang 1977) hat an renommierten der Yale University studiert und ist Professor für Fotografie an der Hartford Art School in Connecticut. Er stellt international aus, und seine Arbeiten sind in wichtigen Sammlungen wie der des Whitney Museums für Amerikanische Kunst in New York City vertreten.

In der Villa Heike ist die Ausstellung noch bis zum 24 November zu sehen. Die Öffnungszeiten sind freitags, samstags und sonntags jeweils 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Datum: 3. November 2019, Text: red, Bild: Stefan Bartylla