Mauerfall im Radio erlebt

Helga Wünsche erlebte den Mauerfall in der UDSSR und die Folgejahre in Hoyerswerda und Berlin.

Am Tag der Öffnung der Mauer am 9. 11. 1989 war ich in Russland in Wologda im Hotel Wologda. Ich war an der Erdgastrasse seit Juli 1984 am Zentralen Bauabschnitt zwischen UDSSR und RSFSR im Permer Gebiet  beschäftigt.

Im Juli 1989 wurde ich nach Wologda delegiert. Da sollte eine zweite Erdgasleitung gebaut werden von Wakuta nach Deutschland. Da mussten die Voraussetzungen geschaffen werden für die Zusammenarbeit mit der Bank und den örtlichen Institutionen. Wir waren nicht besonders gut eingerichtet. Zum Glück hatte ein Kollege ein Radio. Der hat alle, die zu der Truppe gehörten benachrichtigt und in sein Zimmer eingeladen. Da haben wir die Neuigkeit die sich in der Heimat vollzog, gehört – leider nicht gesehen.

Einige Tage nach dem Mauerfall wurde die Erkundungstruppe aufgelöst. Einige mussten sofort nach Hause. Ich war delegiert von Bauabschnitt Perm und bin wieder dahin zurück. Die Ereignisse haben sich da auch überschlagen. Keiner wusste wie es weitergeht Ich bekam sofort vom Gaskombinat Schwarzen Pumpe die Kündigung des Delegierungs-Vertrages. Aber auch in Russland kam die große Veränderung es war der Wahnsinn, was da los war. Die gesamte Wirtschaft war zusammengebrochen. Es gab sehr viel Arbeitslose und die bekamen kein Arbeitslosengeld. Nur die Mafia kam ins große Geschäft alles irre. Ich habe weiter gearbeitet. Meine endgültige Ausreise von der Arbeit im Permer Gebiet war der 23.12.1994.

Ich habe das geschrieben, obwohl ich erst seit dem Jahr 2000 hier in Berlin wohne. Ich bin der Meinung, dass der Mauerfall alle Menschen, die in der DDR zu Hause waren betrifft. Der Mauerfall hat doch für alle, die in der DDR gelebt haben, eine große Wende gebracht.

Datum: 8. November 2019, Bild: Imago images, Peter Endig