Schwimm-Notstand in Charlottenburg

Bäderbesucher fordern Ausweichstandort für geschlossene Neue Halle im Stadtbad.

Die Neue Halle des Stadtbades Charlottenburg, Krumme Straße 9, ist vorübergehend geschlossen. Grund sind Rostschäden an der Decke über dem Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. Ende Oktober waren zwischen Dach und Unterdeckenkonstruktion Teile herabgefallen. Ein Gutachter habe gewarnt, dass weitere Teile oder die gesamte Decke herabstürzen könnten, weshalb die Halle „unverzüglich“ geschlossen werden musste. Die Bäderbetriebe wollen die Arbeiten so schnell wie möglich durchführen. Dennoch werde die Schließzeit voraussichtlich mehrere Wochen betragen.

Immer weniger Schwimmmöglichkeiten

Für den Verband der Berliner Bäderbesucher (VdBBB) ist diese Schließung angesichts vieler anderer geschlossener Schwimmhallen in Berlin keine haltbare Situation. „Schwimmen ist die zweitbeliebteste Sportart bei Berlinern, aber in dieser Woche ist ein Schwimmbadbesuch für viele Bürger noch schwieriger geworden – weil ein weiteres Bad überraschend schließen musste.“ Der Verband fordert, Ersatzlösungen für die fehlende Wasserfläche für die öffentliche Nutzung zu präsentieren. „Konkret geht es hier darum, bislang nur dem Schul- und Vereinsbetrieb zur Verfügung stehende Bäder etwa am Wochenende für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, und alle derzeit betreibbaren Bäder von 6 bis 23 Uhr zu öffnen“, sagt Bianca Tchinda, Vorsitzende des VdBBB.

Schwimmbad-Notstand in ganz Berlin

Aufgrund von Sanierungsarbeiten stehen in ganz Berlin derzeit zahlreiche Bäder nicht zur Verfügung, darunter das Stadtbad Tiergarten, die Schwimmhalle Helene-Weigel-Platz, das Paracelsus Bad in Reinickendorf, die Schwimmhalle Buch oder auch das Stadtbad Schöneberg. Sie fordert außerdem, dass der zuständige Senator Andreas Geisel (SPD) dafür sorgt, dass 50 Prozent der Wasserfläche der Berliner Hallenbäder für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stellt.

Datum: 13. November 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images / Steinach