Kommt Hertha zurück in den Wedding?

Zentraler Festplatz als neuer Arena-Standort im Gespräch.

Im Wedding hat alles begonnen. Knapp vier Jahrzehnte bestritten die Herthaner ihre Spiele im Stadion am Gesundbrunnen, den meisten wohl eher als „Plumpe“ bekannt. Zur Gründung der Bundesliga wechselte der Verein dann in das Olympiastadion. Nun könnte Hertha BSC zurück in den Norden kommen. In der vergangenen Woche trafen sich Clubvertreter, Teile der Senatsverwaltung und der Tegel Projekt GmbH, um über den potenziellen Stadion-Standort am Zentralen Festplatz zu sprechen.

Olympiagelände bleibt Favorit

Auch, wenn die Alternative diskutiert wird, der bevorzugte Platz des Clubs für eine neue Arena bleibt das Olympiagelände. Dort würde der Verein am liebsten auf dem Maifeld bauen oder auf einer Fläche, auf der aktuell noch Wohnungen stehen. Für Letztere hatte es schon mehrere Absagen der zuständigen Wohnungsbaugesellschaft gegeben. Das Maifeld wiederum steht unter Denkmalschutz und eine Überbauung ist laut Experten nicht genehmigungsfähig. Für den Standort sprechen die U-Bahnanbindung und die vielen Parkmöglichkeiten auf den umliegenden Grünflächen. Hinderlich dürfte ein noch bis 2028 laufender Mietvertrag mit den aktuellen Pächtern werden. Hertha BSC plant weiterhin, das angestrebte reine Fußballstadion bereits im Jahr 2025 einzuweihen.

Petition gestartet

Unterstützung erfahren sie nun auch von den Initiatoren einer Online-Petition mit dem Namen „Hertha BSC braucht ein eigenes Stadion in Berlin“, welche sich ebenfalls gegen das Olympiastadion als weiteren Spielort und für das Olympiagelände aussprechen. „Seit 1963 ist Hertha Mieter des Berliner Olympiastadions und zahlt dafür mittlerweile jährlich einen hohen, einstelligen Millionenbetrag. Das ist ein finanzieller Nachteil im Vergleich zu fast allen anderen Bundesligisten“, heißt es darin. Und weiter: „Der Wunsch, ein eigenes Stadion zu bauen, ist absolut nachvollziehbar und für Hertha BSC langfristig von existenzieller Bedeutung.“ Ein Stadion sei nur dort sinnvoll, wo es bereits eine optimale und vor allem auf Sportgroßereignisse ausgerichtete Infrastruktur existiert: auf dem Olympiagelände.

Viele Unterstützer

Bis Redaktionsschluss haben mehr als 17.000 Menschen und knapp 11.200 Berliner die Petition unterzeichnet. Kritik üben die Initiatoren außerdem am Senat und Innensenator Andreas Geisel (SPD), der durch sein „Hin und Her“ den Fortschritt des Projekts behindere. „Der Senat soll daher einsehen, dass das Berliner Olympiastadion als regelmäßiger Spielort für Bundesligaspiele keine Zukunft mehr hat und alles in seiner Macht stehende dafür unternehmen, dass Hertha BSC ab 2025 in einer eigenen, reinen Fußballarena auf Berliner Boden spielen kann.“ Sollte dies im Olympiapark tatsächlich nicht möglich sein, so die Forderung, dann solle dennoch „aktiv und mit ernsthaftem Interesse eine realistische Alternative innerhalb der Stadtgrenzen gesucht und gefunden werden“.

Datum: 15. November 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: iStock / Getty Images Plus / Hindenberg