Berlin-Wedding: Verwirrung ums Himmelbeet

Präferierter Ersatzstandort wird nun doch von der Bahn beansprucht.

Abseits vom Straßenlärm der Schul- und Müllerstraße befindet sich mit dem Himmelbeet seit einigen Jahren ein kleines Gartenparadies mitten im Wedding. Weniger ruhig geht es derweil mal wieder bei der Suche nach einem neuen Standort für das Gemeinschaftsprojekt zu. Das muss im kommenden Herbst definitiv den Platz an der Ruheplatzstraße für den Bau eines interkulturellen Sportzentrums räumen. Nach langer, erfolgloser Suche nach einem neuen Grundstück schien im Sommer mit dem Mettmannplatz eine gute Lösung gefunden.

Nur kleine Flächen verfügbar

Doch die wird nun immer unwahrscheinlicher. Denn die vorgesehene Fläche an der Tegeler Straße wird wohl doch von der Deutschen Bahn beansprucht, die hier ihre S21-Verlängerung baut. Lediglich kleinere Flächen an den Rändern seien noch verfügbar, erklärte jüngst Bezirksstadträtin Sabine Weißler (Grüne) auf der Bezirksverordnetenversammlung. „Sie kann überhaupt keine Aussage machen, ab wann der Platz zur Verfügung stehen würde. Sie suchen weiter nach Ausweichflächen“, resümierte die Linken-Fraktion nach der Sitzung. Und äußert ihren Unmut über die weiterhin erfolglose Suche. „Überlappende Pläne. Keiner blickt durch. Nur an den Rändern gibt es Zipfel, die noch verfügbar wären. Die seien aber zu klein“, twitterte etwa Linken-BVV-Abgeordnete Katharina Mayer. Seit nunmehr drei Jahren sucht der Gemeinschaftsgarten nach einer neuen Fläche.

Gemeinschaftsgarten soll im Kiez bleiben

Zum 31. Oktober 2020 müssen die Gärtnern umgezogen sein. Die Verantwortlichen wollen das Projekt möglichst im Kiez halten. „Von Politik und Verwaltung wünschen wir uns, dass die verbleibende Zeit aktiv genutzt wird und dass die politische Beschlusslage umgesetzt wird, den Gemeinschaftsgarten Himmelbeet im Quartier zu erhalten“, heißt es von ihnen.

Datum: 28. Dezember 2019, Text und Bild: Katja Reichgardt