Neuer Radweg rund um den Tegeler See

Radfahrer am Tegeler See

Reinickendorf und Spandau treiben Planungen voran.

Die Uferlandschaften am Tegeler See und am Nieder Neuendorfer See sollen zu einem Paradies für Radfahrer werden. Reinickendorf und Spandau treiben gemeinsame Planungen für einen Radrundweg voran.

Die Wirtschaftsförderungen beider Bezirke haben sich Ende September zu einem ersten Anlaufgespräch mit dem vom Bezirksamt Reinickendorf beauftragten Büro getroffen, berichtet Spandaus Wirtschaftsstadtrat Gerhard Hanke (CDU) in der Beantwortung einer Anfrage der Spandauer Grünen-Fraktion. Anschließend wurden erste Arbeitsschritte vereinbart, um Einigkeit über die zu verortenden „Points of interest“ und die Gastronomiebetriebe entlang der Strecke zu erzielen.

Angebote endgtlang der Route

Hintergrund des Ganzen war, dass die Reinickendorfer Verwaltungsspitzen überlegt hatten, welche touristischen Hotspots im Bezirk gestärkt werden könnten, um mehr Besucher anzulocken. Der „attraktive Bereich“ um den Tegeler See biete sich an, um fahrradorientiertes Angebot vorzuhalten, so Wirtschaftsstadtrat Uwe Brockhausen (SPD) gegenüber der „Berliner Morgenpost“. Das Projekt sei umfangreicher, als nur einen Radweg anzulegen. Wichtig seien ordentliche Hinweisschilder und Angebote entlang der Route.

Grünen-Politiker in beiden Bezirken begrüßen das Vorhaben. „Wir sehen den Radrundweg um den Tegeler See als Bereicherung für den Bezirk an“, sagt Jens Augner, der verkehrspolitische Sprecher der Reinickendorfer Grünen-Fraktion. „Ein Radrundweg ist sicherlich nicht nur für Touristen attraktiv, sondern für alle Reinickendorfer und kann außerdem ein weiterer Anstoß sein, das Fahrrad mehr zu nutzen.“

Der Bedarf an Radverkehrsinfrastruktur im Bezirk sei generell hoch. Die Nöte von Radfahrern dürften nicht gegen die Realisierung von Tourismusangeboten ausgespielt werden. Die vom Senat bereitgestellten „Mittel für besondere touristische Projekte in den Bezirken“ sollte auch über die Finanzierung der Konzeptentwicklung hinaus, für die eigentliche Errichtung des Rundweges benutzt werden sollten, um keine Gelder für die Fahrradinfrastruktur im Bezirk zu kappen, so Augner.

Finanzierung offen

Auch in der Spandauer Verwaltung sieht man das Vorhaben positiv. „Wie in der Spandauer Tourismuskonzeption vorgesehen, gilt es, die touristischen Angebote in der Wertschöpfungskette abzubilden“, so Hanke. Die geplante Radroute „Rund um den Tegeler See“ könnte beispielsweise über die Insel Eiswerder und die angrenzenden Bereiche führen. Die Routenvorschläge werden gemeinsam erarbeitet. Neben der Identifikation einzelner Highlights wird die Anbindung an S-Bahn, U-Bahn und Busse geprüft.

Hanke betont, dass unter Federführung Reinickendorfs lediglich die Konzeption eines Radweges erarbeitet werde. Ob dieser tatsächlich gebaut wird, sei letztlich eine Frage der Finanzierung. Zudem steht das Ergebnis der Machbarkeitsuntersuchung noch aus. Brockhausen rechnet damit, dass die Radroute im Dezember steht.

Das Projekt folgt dem „Tourismuskonzept 2018+“. Damit will der rot-rot-grüne Senat Ausflugsziele in den Außenbezirken stärken. Auf diesem Wege sollen Touristenströme aus dem Zentrum an die Ränder geführt werden. Im Vergleich zu den City-Kiezen ist die Zahl an Touristen in Spandau und Reinickendorf gering. Spandau zählte 2018 Jahr laut VisitBerlin rund 600.000 Übernachtungen, in Reinickendorf waren es rund 500.000. Damit belegen sie im Bezirke-Ranking die Plätze neun und zehn.

Datum: 28. November 2019. Text: Nils Michaelis. Bild: imago images/Jürgen Ritter