Berlin-Lankwitz: Sanierung von Gymnasium hängt in der Luft

Beethoven-Gymnasium Lankwitz_2019

Kostenexplosion: Bezirk geht von einer Verzögerung um zwei Jahre aus.

Bei der Sanierung des Beethoven-Gymnasiums in Lankwitz rechnet Bezirksstadträtin Maren Schellenberg mit einer Verzögerung um zwei Jahre. Vor drei Wochen waren die Bezirksverordneten von der Grünen-Politikerin darüber informiert worden, dass sich die Kosten von den geplanten 19,6 Millionen voraussichtlich auf bis zu 30 Millionen Euro erhöhen werden. Daher wurden alle Arbeiten gestoppt, die Planungen sollen europaweit neu ausgeschrieben werden und anschließend komplett von vorne beginnen. Ursprünglich hätten die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt im kommenden Jahr beginnen sollen.

Auf dem Prüfstand

Im Sommer habe sich eine Steigerung der zu erwartenden Baukosten abgezeichnet, so Schellenberg. Daraufhin seien die Einzelmaßnahmen „noch intensiver“ überprüft und Überlegungen zu möglichen Einsparungen oder Veränderungen angestellt worden. „Im Oktober wurde klar, dass aus der zurzeit vorliegenden Planungsunterlage keine ausreichenden Einsparungen zu erreichen sind.“

Im Bezirksamt wird geprüft, welche Teile der Planungsleistung neu ausgeschrieben werden müssen oder sollen und in welcher Form dies genau geschehen soll. „Von der Durchführung eines echten Partizipationsverfahrens erhoffen wir uns einen für alle Beteiligten besseren Ablauf.“ Ziel dieses Verfahrens ist es, bereits vor der Ausführungsplanung Einigkeit zwischen allen Beteiligten über das, was gemacht werden soll zu erreichen und die Kosten im Blick zu haben.

Angst um Ideen

Dass die seit 2017 laufende Sanierung der Schule an der Barbarstraße nicht nach Plan verläuft, war vergangene Woche bekanntgeworden. Die SPD fordert, die Zusammenarbeit mit den bisherigen Planern fortzuführen und nur die Bauleistungen neu auszuschreiben. Schulleiterin Gunilla Neukirchen erklärte, mit den bisherigen Planern vertrauensvoll zusammengearbeitet zu haben. Jetzt fürchtet sie, dass die bisher von der Schule eingebrachten Ideen für die Umgestaltung des Gebäudes nicht mehr berücksichtigt werden.

Datum: 2. Dezember 2019. Text: Nils Michaelis. Bild: Judith Rompe.