Mittes Clubszene weiter im Umbruch

Die CDU schlägt alternative Standorte für bedrohte Clubs Sage und KitKat vor.

Das Clubsterben in Mitte geht weiter. In dieser Woche wurde bekannt, dass der KitKatClub und der Sage Club schließen müssen. Die Räume, die unter der Woche dem Sage und am Wochenende dem KitKat dienen, wurden bereits gekündigt. Die beiden Clubs müssten demnach im Juni 2020 das Gebäude an der Köpenicker Straße verlassen. Was im Anschluss an der Ecke passieren soll, ist noch unklar. Lukas Drevenstedt, Geschäftsführer der Clubcommission, hofft aber noch auf eine gütliche Einigung.

Hoffnung auf Einigung

Die Clubcommission besteht aus rund 140 Mitgliedern der Berliner Partybranche. Zu den Entwicklungen rund um das Eckhaus äußerte sich auch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa. „KitKatClub und SageClub sind Ikonen der Berliner Clubkultur, an deren Erhalt uns sehr gelegen ist. Die Nachricht von der Kündigung durch den privaten Eigentümer beschäftigt uns sehr. Wir stehen in engem Kontakt mit der Clubcommission“. Sie hofft, dass es noch zu einer Einigung mit dem privaten Eigentümer kommt.

Neue Standorte

Derweil ist die CDU-Fraktion schon einige Schritte weiter und schlägt bereits alternative Standorte vor. Sie mache sich seit Jahren für den Erhalt der Clubkultur stark, da sie ein wesentlicher Anziehungspunkt und Wirtschaftsfaktor für die Stadt sei, so der Sprecher für Medienpolitik, Christian Goiny. „Wir erleben leider ein schleichendes Aussterben der Berliner Clubszene. Die aktuellen Kündigungen des Sage Clubs und des KitKatClubs sind zwei weitere traurige Belege dafür“, so Goiny. „Wir schlagen vor, dass der Senat den Clubbetreibern Ersatzquartiere in der Alten Münze und im Spreepark zu langfristig günstigen Mietkonditionen anbietet. Zudem halten wir eine Koordinierungsstelle bei der Senatskanzlei für sinnvoll. Sie soll bei Genehmigungsverfahren helfen und zwischen Bezirken und Hauptverwaltungen koordinieren.“ Die Politik müsse mehr für die Clubs und Attraktivität des Berliner Nachtlebens tun.

Das KitKat ist einer der beliebtesten Clubs in Berlin. Er wurde im Jahr 1997 von drei Freunden gegründet. Sie hoffen auf eine Einigung mit dem Investor. Das Aus der beiden Clubs würde sich in das in den vergangenen Jahren begonnene Clubsterben einreihen. Erst 2018 mussten etwa Jonny Knüppel auf der Lohmühleninsel und der Bassy Cowboy Club an der Schönhauser Allee ihre Türen schließen. Dabei ist die Clubszene ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Laut einer Studie aus dem Frühjahr generiert sie einen Jahresumsatz von bis zu 1,5 Milliarden Euro.

Datum: 6. Dezember 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images/imagebroker