Berlin-Mitte: Grünstreifen statt Parkplätze

Die Begrünung des Mittelstreifens an der Karl-Marx-Allee soll nun doch kommen.

Seit 2018 wird die Karl-Marx-Allee umgestaltet. Dem vorausgegangen war ein langer Planungs- und Beteiligungsprozess. Unter anderem wurde nach Bürgerprotesten beschlossen, Pläne zur Begrünung des Mittelstreifens zugunsten von 173 Parkplätzen aufzugeben. Umso überraschender ist jetzt die Ankündigung der Verkehrs- und Umweltverwaltung unter Senatorin Regine Günther (Grüne), den Streifen doch als Grünfläche zu erhalten. Diese Entscheidung widerspreche den Leitlinien zur Bürgerbeteiligung des Bezirkes Mitte und des Landes, zeigte sich Stadtentwicklungsstadtrat Ephraim Gothe (SPD) verärgert.

Wichtiger Schritt für Klimaschutz

„Derart große Umplanungen sind der Bürgerschaft vorab transparent zu kommunizieren. Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel werden grundsätzlich begrüßt. Der Bezirk distanziert sich aber deutlich von diesem Vorgehen der Senatorin und stellt die Übergehung der Bürgerinteressen in diesem Stadion des Bauens ausdrücklich infrage“, so Gothe weiter. Zudem müsse auch das Landesdenkmalamt in solche Umplanungen einbezogen werden. Die Senatsverwaltung wiederum argumentiert mit dem 2018 verabschiedeten Mobilitätsgesetz. Mehr Grün und Versickerungsflächen sollen das Mikroklima verbessern. Unterstützung erhält sie dabei unter anderem von der Initiative Changing Cities, die die Begrünung als wichtigen Schritt für Verkehrswende sieht. „173 Parkplätze sind nicht viel, aber ein Anfang für Berlin“, erklärt sie auf Twitter.

Und auch der Volksentscheid Fahrrad lobt die Entscheidung von Senatorin Regine Günther. Grünflächen seien in Zeiten der Klimakrise Parkplätzen immer vorzuziehen. Gleichzeitig dürfte es aber auch Proteste von den Anwohnern geben, die für Parkplätze auf dem Mittelstreifen gestimmt haben.

Datum: 11. Dezember 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: Visualisierung/SenUVK/Eve Images