Berlin-Charlottenburg: Mit der Straßenbahn zum Ku’damm

Bündnis setzt sich für Straßenbahnausbau in der City West ein.

Der Kurfürstendamm und die Tauentzienstraße sollen in den kommenden Jahren umgestaltet werden. Viele Anrainer fordern, die beliebte Einkaufsmeile zur Fußgängerzone umzubauen. Ein Bündnis aus Umwelt- und Verkehrsverbänden fordert jetzt den Ausbau von Straßenbahnen bis zum Ku’damm. Dafür gingen sie bereits auf die Straße. „Die City West ertrinkt in Verkehr und Abgasen. Deshalb wollen wir den Autoverkehr reduzieren und fordern den Bau einer Straßenbahnstrecke auf dem Kurfürstendamm in der nächsten Legislaturperiode des Abgeordnetenhauses“, so das Bündnis. Der Ausbau der Straßenbahn im Westen der Stadt sei ein wichtiger Teil der Abkehr von der autogerechten Stadt und müsse vorangetrieben werden.

Rückeroberung des öffentlichen Raums

Die Straßenbahn leiste zudem einen Beitrag zur demokratischen Rückeroberung des öffentlichen Raums. Der Personenverkehr als ökologische und nachhaltige Verkehrsinfrastruktur soll den öffentlichen Raum bestimmen, nicht der motorisierte Individualverkehr. „Dabei ist die Straßenbahn die beste Lösung: komplett barrierefrei, an den Schienen für alle erkennbar – und mit Rasentrassen auch ein ,grünes Raumelement’, das die Qualität der Straße verbessert und den öffentlichen Verkehr ins Zentrum der Straße rückt.“ Das Bündnis besteht unter anderem aus dem Verein NaturFreunde, dem Berliner Fahrgastverband IGEB und der Fahrgastinitiative Berlin. Ihr Konzept sieht vor, die Stadtteile Grunewald, Dahlem und Zehlendorf per Straßenbahnlinie mit dem Kurfürstendamm zu verbinden.

Zeitgleich soll der Grünstreifen in der Mitte des Boulevards noch schöner und naturnaher gestaltet werden. Charlottenburger würden dann ebenfalls von der neuen Verbindung profitieren, die sie direkt aus der City West in den Grunewald bringen würde.

Datum: 12. Dezember 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images / Arki