Berliner Landespreis: Wissenschaft findet Alternativen zu Tierversuchen

3D-Druckverfahren und virtuelles Modell helfen beim Tierschutz.

Mitte Dezmber wurde der Preis des Landes Berlin zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche in Forschung und Lehre verliehen. Prämiert wurden in diesem Jahr Projekte der Technischen Universität Berlin und der Charité.

Beim TU-Projekt des Instituts für Biotechnologie, ist es Dr. Johanna Berg und Prof. Dr. Jens Kurreck gelungen, mit 3D Biodruckverfahren aus lebenden menschlichen Zellen Modelle für die Organe Lunge und Leber zu erstellen und sie im Labor mit Grippeviren (Lunge) und Adenoviren (Leber) zu infizieren.

Die Preisträger haben damit erstmals belegt, dass solche Modelle tatsächlich einen Teil der Versuchstiere in der Infektionsforschung ersetzen könnten. Gedacht sind solche Versuche unter anderem für die angewandte Forschung neuer Medikamente. Um ihre Modelle schnell zu etablieren, weisen Berg und Kurreck auch zahlreiche Masterstudierende und Promovierende in die neuen Techniken ein.

Die 3D-Simulation mit der Viruskrankheiten an inneren Organen untersucht werden können.

Das zweite prämierte Projekt wurde in der Charité gemeinsam mit dem Zuse-Institut Berlin entwickelt. Dr. Annemarie Lang und Dr. Rainald Ehrig haben dazu ein virtuelles Gelenk konstruiert, an dem degenerative und entzündliche Gelenkerkrankungen untersucht werden können. Gemeinsam mit ihrem Forschungsteam ist es ihnen gelungen, Knorpelveränderungen in einem Zellkultur- und einem Computermodell nachzubilden. Nun arbeiten sie daran, ganze Gelenke in ihren Modellen so nachzubilden, dass neben der Arthrose auch rheumatische Gelenkentzündungen

„Hier wird mit dem Landespreis ein wichtiges Ziel verfolgt: Forscher – insbesondere auch den wissenschaftlichen Nachwuchs – anzuregen, verstärkt und gezielt wissenschaftliche Methoden zu entwickeln, die ohne die Verwendung von Tieren auskommen“, erläuterte LAGeSo-Präsident Franz Allert die Übergabe des mit insgesamt 40.000 Euro dotierten Preises, der alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) ausgelobt wird.

Datum: 11. Dezember 2019, Text und Bild: red