Eröffnung des Airports BER so nah wie nie

BER-Terminal

Planungen für Umzug von Tegel nach Schönefeld werden konkret.

Nicht mehr lange, dann soll der BER nach vielen Jahren Pleiten, Pech und Pannen endlich fertig werden. Doch einige Zeit später wartet schon die nächste Herausforderung: die Inbetriebnahme. In weniger als elf Monaten wird die Autobahn zwischen Tegel und Schönefeld in drei Nächten zum Schauplatz einer der größten logistischen Operationen, die diese Region jemals erlebt hat.

In internen Papieren, die der “Berliner Zeitung” vorliegen, hat die Flughafengesellschaft FBB aufgelistet, wann 59 Airlines an ihre neuen Standorte umziehen sollen. Darin steht auch, dass es selbst bei Schwierigkeiten am BER kein Zurück nach Tegel mehr geben wird. Einige Mängel an den Kabeltrassen sind noch zu beseitigen, auch zwei Technikprüfungen sowie die Baufertigstellungsanzeige stehen noch aus.

Drei Etappen

Trotzdem war der neue Hauptstadt-Flughafen seiner Fertigstellung noch nie so nahe wie jetzt. „Der Termin steht: Der BER eröffnet am 31. Oktober 2020“, gab Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup in der vergangenen Woche bekannt. Manche Details teilte er schon mit. So soll der Umzug von Tegel zum BER in der verkehrsarmen Zeit nach den Herbstferien in drei Etappen stattfinden.

Dennoch soll sich der damit verbundene Parallelbetrieb der beiden Flughäfen nur etwas länger als eine Woche hinziehen. Ein Grund ist, dass sich Flugrouten überlappen und deshalb teilweise nicht nutzbar sind, was die Flugsicherung belastet. Auch fehlt der Flughafen-Feuerwehr Personal für einen längeren Doppelbetrieb.

Als der Umzug noch für die Nacht zum 3. Juni 2012 geplant war, sollten Personal und Geräte in einer einzigen Nacht verlagert werden. Laut FBB hätte der Zeitraum zwischen den letzten Abfertigungen in Tegel und den ersten Abfertigungen am BER „gerade ausgereicht“. Anders gesagt: Es hätte auch schiefgehen können. Inzwischen gibt es so viel Umzugsgut, dass ein Umzug in nur einer Nacht nicht mehr störungsfrei organisiert werden könnte. Fluggasttreppen, Gepäckwagen, Vorfeldbusse – drei Beispiele für die vierstellige Zahl von Fahrzeugen, die die 36 Kilometer lange Fahrt antreten werden.

Rückumzug ausgeschlossen

Nicht ausgeschlossen, dass es am 8. November noch Starts in Tegel geben wird. Doch auf jeden Fall werden dann alle betriebsrelevanten Ressourcen abgezogen und der kommerzielle Flugbetrieb wird eingestellt, so die FBB. Doch was ist, wenn der Betrieb im BER nicht rundläuft? „Grundsätzlich wird der Rückumzug nach TXL bei Problemen im Terminal 1 nach angelaufenem Umzug ausgeschlossen“, heißt es in dem internen Papier.

Beobachter mahnen, dass diverse Probleme noch zu lösen sind. Eine Herausforderung wird sein, dass die drei privaten Bodenverkehrsdienstleister genug Personal finden, damit Koffer schnell verladen und Fluggäste zügig bedient werden. Zu hören ist auch, dass 20?bis 30 Prozent der Arbeitskräfte in Tegel gar nicht am BER arbeiten wollen.

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung
der “Berliner Zeitung”.

Datum: 12. Dezember 2019. Text: Peter Neumann. Bild: imago images/IPON