Berlin-Charlottenburg: Kritik an Planungen für die Avus

Bezirksamt kritisiert neueste Pläne der Senatsverwaltung für die Avus.

Die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH) und die Senatsverwaltung wollen das Autobahndreieck Funkturm in den kommenden Jahren sanieren. Um die genaue Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen herrscht aber nach wie vor Uneinigkeit. Die DEGES schlägt vor, die neue Avus über das Gelände des heutigen Rastplatzes Avus zu verschieben, um Platz zurückzugewinnen.

Der Rastplatz soll vor die Tore Potsdams verlegt werden. Die Anschlussstelle am Rathenauplatz und unter dem ICC würde entfallen und dafür eine neue Anschlussstelle am Messedamm Ecke Jafféstraße gebaut werden. Genau an diesen Planungen stört sich die CDU-Fraktion im Bezirksparlament. Ihre Kritik gilt vor allem der prognostizierten Zunahme des Verkehrs auf der Jafféstraße um 13.000 Autos pro Tag, also rund 40 Prozent. Die bisherigen Ausfahrten sollen erhalten bleiben, um die Anwohner in ihren Wohnvierteln nicht mit neuen Ausfahrten und mehr Verkehr zu belasten.

Keine Höherlegung

Auch die geplante und nun bekannt gewordene Höherlegung der Avus um 4,50 Meter inklusive der Lärmschutzwände sorgt für Ärger im Bezirk. „Unabhängig von dieser Betonwand direkt an den Einfamilienhäusern Eichkamps, verlegt man den gesamten Verkehr direkt an die Siedlungen. Kluge Verkehrspolitik geht anders und vor allem mit Einbeziehung der Anwohner an der Planung“, sagt Wirtschaftsstadtrat Arne Herz (CDU). Und erhält Unterstützung von Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD): „Eine Erhöhung der Avus auf vier Meter mit der Folge von sieben Meter hohen Lärmschutzwänden gilt es im Interesse der Siedlung Eichkamp unbedingt zu verhindern.“ Die Forderungen sollen nun vom Senat in die Planungen integriert werden.

Datum: 20. Dezember 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago images / Schöning