Berlin-Kaulsdorf: Bibliothek bleibt bis Juni 2020 am Cecilienplatz

Kaulsdorf

Trotz Kündigung am Cecilienplatz: Alternativen werden noch ausgelotet.

Eigentlich dürfte die Bibliothek am Cecilienplatz gar nicht mehr öffnen. Der gesamte Gbäudekomplex soll in naher Zukunft einem neuen Haus weichen, in dem Platz für wohnen, Gewerbe und Shopping geschaffen werden soll. Jetzt hatte die Kündigung durch den Eigentümer zum 31. Dezember für eine Riesenwelle an Solidarität gesorgt, schließlich war das Team der Bibliothek in großer Sorge darum, dass es nicht mehr rechtzeitig gelingen würde, einen Ausweichstandort zu finden, einen Umzug finanziert zu bekommen und vor allem eine künftig deutlich höhere Miete stemmen zu können.

Das erste und bislang auch bevorzugte Objekt für einen neuen Standort wäre das nahe gelegen Spreecenter gewesen. Mehrere Termine vor Ort fanden statt, die geeignete leerstehende Fläche war rasch gefunden. Eine der vielen Fragen, die sich nun stellte: Genügt die Statik eines Einkaufszentrums der Installation einer Bibliothek? Schnell schien klar: das wird kein Problem. Immerhin sind die Bibliotheken von heute keine Ansammlung von wandhohen Regalen, sondern moderne Bildungsorte in denen vieles längst digitalisiert ist. Aber auch ein zweiter Standort, eine Fläche im Corso selbst, hatte der Eigentümer noch im Angebot.

Da bis zum Jahresende aber noch keine Klarheit zu den Voraussetzungen im Bereich der Statik hier geschaffen werden konnten, und da vor allem der Eigentümer der Cecilienpassage noch gar keinen Bauantrag gestellt und bewilligt bekommen hatte, also auch ein Abriss noch nicht zeitnah in Aussicht ist, haben Vermieter und die Bezirksstadträtin für Facility Management Juliane Witt den bisherigen Vertrag verlängert und damit erst einmal Klarheit geschaffen, damit die Bibliothek auch in den kommenden Monaten am aktuellen Standort weiter öffnen kann.

Zu den Optionen über die Jahresmitte hinaus soll in den kommenden Wochen weiter geplant. Mitte Januar wird es dazu ein weiteres Abstimmungsgespräch geben.

Datum 3. Januar 2020, Text Redaktion, Bild: Stefan Bartylla