Berlin-Neukölln: Kriegskinder erzählen aus ihrem Leben

Kriegskinder Museum Neukölln

Videoinstallation ab dem 10. Januar im Museum Neukölln zu besichtigen.

In der Videoinstallation “Kriegskinder” berichten acht Neuköllner Zeitzeugen von ihrer Kindheit im Jahr 1945. Am 10. Januar, um 19 Uhr, wird die entsprechende Ausstellung im Museum Neukölln, Alt-Britz 8, eröffnet.

Emotional und nüchtern

Die Installation basiert auf den persönlichen Geschichten von betagten Damen und Herren, die nebeneinander wie an einem virtuellen Konferenztisch sitzen, teilt das Museum mit. Sie berichten von ihren Erlebnissen während des Zweiten Weltkriegs und den ersten Jahren danach. Im Jahr 1945 sind sie zwischen vier und 17 Jahre alt gewesen und erzählen sehr emotional, aber auch manchmal erschreckend nüchtern, unglaubliche Geschichten, die sie als Kinder oder Jugendliche in Berlin erlebt haben. “Sie stehen damit stellvertretend für eine ganze Generation, die mit ihren persönlichen Schicksalen wenig Stimme, wenig Raum im gesellschaftlichen Kontext bekommen haben”, so die Initiatoren der Ausstellung.

Durch die Form der Präsentation werde ein Gefühl der Unmittelbarkeit und der Präsenz erzeugt. “Wir hören nur Ausschnitte ihres Lebens, die jedoch durch die Form der Montage eine gemeinsame Narration ergeben.” Sie scheinen sich gegenseitig zuzuhören und aufeinander zu reagieren, aber im Wesentlichen richten sich ihre Mitteilungen an die nachfolgende und junge Generation.

Höchste Zeit für ein Gespräch

“Die Kriegskinder sind alt geworden, daher ist es höchste Zeit Ihnen noch einmal zuzuhören und mit Ihnen ins Gespräch zu kommen”, heißt es weiter. Unter anderem wurden die Senioren gebeten auch zu den aktuellen kriegsbedingten Flüchtlingsströmen und der politischen Situation Stellung zu nehmen.

Weitere Informationen zum Museum Neukölln gibt es hier.

Datum: 6. Januar 2020. Text. Redaktion. Bild: Stefan Krauss.