Berlin-Köpenick: Pläne für Brauerei werden neu diskutiert

Müggelspree Ehemalige Brauerei Berliner Bürgerbräu Josef Nawrocki Straße Friedrichshagen Treptow

Wohnquartier auf dem ehemaligen Bürgerbräu-Gelände könnte mit Brauereigewerbe ergänzt werden.

Seit 10 Jahren stehen die denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Bürgerbräu-Brauerei leer. Bis zum Jahr 2024 sollen auf dem Friedrichshagener Gelände bis zu 130 Wohnungen entstehen. Damit die vom Senat und Bezirk geforderte Quote an Sozialwohnungen eingehalten wird, müsse auch ein Neubau geplant werden, teilen die Investoren Steffen Goldmann und Dirk Germandi auf ihrer Projekt-Website mit.

Denkmalschutz greift.

Über die Nutzung als reines Wohnquartier hinaus gibt es aber noch andere Pläne für Teile des Areals, die auch Bezug auf den Denkmlaschutz nehmen. „Seit 1753 sind am Standort der Brauerei nördlich des Müggelsees „Krugrechte“ belegt. Die „Bürgerbräu Brauerei“ in Friedrichshagen ist für die Umgebung von Friedrichshagen und Berlin ein zeithistorisches Monument“, heißt es dazu in einem Antrag der Fraktion der Grünen in der Treptow-Köpenicker Bezirksverordnetenversammlung. Eine städtebauliche Nachnutzung der Brauerei überwiegend für Wohnen sollte in einer entsprechend größerer Öffentlichkeit diskutiert werden, heißt es in dem Antrag aus der Dezember-Sitzung, der einstimmig beschlossen wurde und die ein frühzeitige Bürgerbeteiligung an der Geländenutzung nahe legt. Hintergrund ist der Plan, hier vielleicht doch wieder eine Möglichkeit für die Öffnung einer kleinen Brauerei am Standort zu ermöglichen.

Interssent kommt vom Fach.

Mit Paul Häring gibt es sogar jemanden, der so etwas hier selbst umsetzen möchte. „Wir wollen den Betrieb wiederbeleben“, verkündete der Unternehmer unlängst. Härings Familie hatte die Brauerei 1991 von der Treuhand übernommen und sie bis 2010 geführt. Aufgrund fehlender Wirtschftlichkeit nußte der Betrieb damals eingestellt werden. Danach wurde der östliche Teil des Brauerei-Geländes verkauft und schließlich über Zwischenstatioen an Goldmann und Germandi vor zwei Jahren veräußert. Die Investoren stehen den Brauerei-Plänen kritisch gegenüber. Eine klein Schaubrauerei für Touristen wäre bestenfallshier möglich, äußerte sich Germandi unlängst gegenüber dem Berliner Kurier. Das sieht Paul Häring etwas anders. Sein Plan zur Neuinstallation einer Brauerei am traditionsreichen Standort hat in der Bezirkspolitik einige Unterstützer.

Datum: 12. Januar 2020,  Text: Stefan Bartylla, Bild: imago images / Schöning